Schwache Landtechnikmärkte erfordern Kapazitätsanpassungen

Fendt entlässt 120 Mitarbeiter

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Wie viele Fendt-Mitarbeiter des Werkes in Marktoberdorf von der Kündigung betroffen sein werden, soll in den kommenden Tagen verhandelt werden.

Marktoberdorf – Für einige Mitarbeiter des Unternehmens Fendt wird es wohl kein schönes Weihnachtsfest werden. Ihnen flattern bis Ende des Jahres Kündigungen ins Haus.

Wie das Unternehmen in einer Presseerklärung am Donnerstag mitteilte, haben die Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat der AGCO GmbH, Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim vereinbart, „als Folge der schwachen Landtechnikmärkte Personalanpassungen vorzunehmen“. Ge- plant ist demnach, die Leiharbeitsstellen abzubauen und darüber hinaus die Stammbelegschaft von aktuell 4200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an beiden Standorten Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim um insgesamt 120 Stellen zu reduzieren. 

„Ziel ist es, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten und das Unternehmen auf dem bisherigen Erfolgskurs zu halten“, betonte der Pressesprecher des Unternehmens, Sepp Nuscheler auf Anfrage des Kreisboten. Entsprechende Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat hätten dazu begonnen. Umgesetzt werden sollen die Kündigungen bereits bis Ende des Jahres, so Nuscheler. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Nachfrage nach Traktoren und Landmaschinen nach einer länger andauernden Konsolidierung in den nächsten Jahren wieder steigt und die Marke Fendt von den wachsenden Märkten weiter überproportional profitieren kann. 

Wie vielen Mitarbeitern im Marktoberdorfer Werk gekündigt wird, kann Nuscheler noch nicht sagen, dies würden die Verhandlungen in den kommenden Tagen zeigen. Wie Nuscheler in der Presseerkläung weiter mitteilte, würden das gesunkene Produktionsvolumen diesen Schritt notwendig machen. „Nach einer mehrjährigen Aufschwungsphase trifft die Landtechnikindustrie im Jahr 2014 ein unerwartet heftiger Rückgang der Nachfrage auf den internationalen Märkten. 

Allein in Frankreich – dem größten Agrarmarkt Europas – geht der Landtechnikmarkt im Jahr 2014 um rund 25 Prozent zurück“, so Nuscheler. Darüber hinaus seien der Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte, die negativen Auswirkungen der Sanktionspolitik in Ost und West und die allgemein schwache wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern Europas die Hauptgründe für die aktuelle Situation. 

Da die Landtechnikbranche für das Jahr 2015 mit einem weiteren Rückgang der Märkte um rund zehn Prozent rechnet, sei eine Anpassung des Unternehmens auf das neue Marktniveau erforderlich. „Der Wechsel vom Zweischicht- zum Einschichtmodell wird dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Marke Fendt weiter erhöhen“, so Nuscheler abschließend.

Kai Lorenz

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