Stadtrat beschließt Ausschreibung für Freibad-Areal am Weißensee

"Das geht alles so schleppend"

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Das Freibad-Areal am Weißensee soll jetzt für Investoren ausgeschrieben werden.

Füssen – Viel zu langsam gehen einigen Füssener Stadträten die städtischen Bemühungen um Problemfälle in Weißensee voran. Seit Ende August gibt es dort keinen Nahversorger mehr und auch die Zukunft des Kiosks am Weißensee steht in den Sternen.

Doch hier ist der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einen Schritt weitergekommen: Das Gremium beschloss einstimmig das Freibad-Areal auszuschreiben. Bis Ende Januar soll die Stadtverwaltung den Räten die Bewerbungen vorlegen. Denn „die Zeit drängt“, erinnerte Ursula Lax (CSU).

Seitdem die Familie Reichle ihr Lebensmittelgeschäft in Weißensee Ende August geschlossen hat, gibt es in dem Stadtteil keinen Nahversorger mehr. „Jetzt sieht man erst, wie beschissen das ist“, sagte Christian Schneider (Füssen-Land). Und auch die Bemühungen um das Freibad-Areal sah er kritisch. „Das geht alles so schleppend“, meinte er.

„Ich bringe gerne die Dokumentation, was wir alles getan haben“, hielt Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dagegen. Bisher habe die Stadtverwaltung auf einen privaten Vermieter Rücksicht genommen. Dieser wollte seine Räume an ein Lebensmittelgeschäft vermieten. Erst vor einem Monat habe die Stadtverwaltung erfahren, dass die Suche eingestellt wurde. „Möglicherweise war das (Rücksichtnahme – Anmerk. d. Red.) falsch“, räumte der Rathauschef ein.

Um trotzdem die Nahversorgung in dem Stadtteil zu erhalten, sollte die Stadtverwaltung nach Beschluss des Stadtrats prüfen, welche Anforderungen und Fördermittel es für einen Dorfladen gebe. Die Programme der Städtebauförderung und der Dorferneuerung kommen dafür in Frage. Doch vielleicht wird das gar nicht mehr nötig sein: Für das Gemeindehaus gebe es eine Anfrage für eine Käsealm, deren Angebot möglicherweise etwas erweitert werden könnte, erklärte Iacob.

Kommende Woche habe der Rathauschef zusammen mit Vertretern der Sparkasse einen Termin mit dem Bewerber. Dabei soll neben den Konditionen auch geklärt werden, ob hier die Sparkasse ihre Automaten unterbringen könnte.

Viele Unklarheiten 

Denn die will künftig nur noch mit Bankautomaten in dem Stadtteil vertreten sein. Doch wo diese letztlich hin sollen, sei noch unklar. Eine andere Möglichkeit wäre, sie zusammen mit der Tourist Info auf dem Freibad-Areal unterzubringen.

Solange das aber noch nicht feststehe, könne man das Freibad-Areal auch nicht ausschreiben, so der Rathauschef. Wenn man mehrere Partner braucht, „geht das nicht so einfach“, sagte Iacob. Anders hätte es ausgesehen, wenn die Stadt einst das Gemeindehaus verkauft hätte. Dann wäre genügend Geld da gewesen, um selbst beim Freibad-Areal tätigt zu werden, so der Rathauschef.

Die Zeit drängt 

„Ich wundere mich schon, dass die Sparkasse solange braucht einen Termin auszumachen“, sagte Lax. Schließlich sei die Stadt mit der Käsealm schon seit drei Monaten im Gespräch. „Uns geht’s darum, dass die Zeit drängt“, so Lax. Schließlich werde der bisherige Pächter nur noch im kommenden Jahr den Kiosk betreiben.

Deshalb beschloss das Gremium einstimmig, das Areal auszuschreiben. Das Gelände soll auf Erbpacht an einen Investor vergeben werden, der einen gastronomischen Betrieb mit einer möglichen Erweiterung für Bankautomaten und die Tourist Info errichtet. Die Bewerbungen sollen dem Stadtrat bis Ende Januar vorgelegt werden.

Katharina Knoll

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