"Elvis – Das Musical" begeistert das Publikum im Festspielhaus mit seiner Originaltreue

Grandiose Hommage an den King

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Grahame Patrick als Elvis Presley begeistert die Zuschauer im Festspielhaus.

Füssen – „Standing Ovations“ hat am Donnerstag die Show „Elvis – Das Musical“ im voll besetzten Festspielhaus geerntet. Die Musiker und Darsteller, allen voran Grahame Patrick als Elvis Presley, begeisterten mit ihrem Können, Spielfreude und Originaltreue.

Elvis steht mit geschlossenen Augen auf der Bühne und zieht verächtlich seinen Mundwinkel nach oben, während er das Lied „My Way“ ins Mikrofon haucht. Im Hintergrund laufen die Nachrichten aus dem Jahr 1977 über den Tod des „King of Rock´n´Roll“ über den Bildschirm. Nach diesem Einstieg lassen die Darsteller in der rund zweistündigen Show Elvis Musikkarriere Revue passieren.

Während die wichtigsten Stationen seines musikalischen Lebens auf der Bühne nachgestellt werden, sind auf dem Bildschirm Originalvideos, -fotos und -nachrichten zu sehen. Diese dokumentieren neben den Hype rund um Elvis und den Aufschrei der Sittenwächter auch den Aufenthalt des Musikers als Soldat in Deutschland oder seine Heirat mit Priscilla Ann Beaulieu. Der Fokus des Musicals liegt aber ganz klar auf der Musik.

Grahame Patrick als Elvis überzeugt dabei voll und ganz. Nicht nur äußerlich sieht er dem „King of Rock´n´Roll“ ähnlich. Auch stimmlich kann er ihm das Wasser reichen – egal ob Balladen, Rock´n´Roll oder Gospel. Patrick gelingen sowohl kräftige tiefe Töne als auch zarte hohe Klänge. Der ganze Auftritt wird durch seine stimmige Mimik, Gestik und sein Charisma abgerundet. So zeigen Originalfilmsequenzen während des Lieds „Heartbreak Hotel“, dass nicht nur das Outfit stimmt.

Patrick lässt auf gleich Weise wie Elvis die Hüften kreisen, den Kopf wippen und die Beine wackeln. Dass das Musical auf größtmögliche Originaltreue setzt, wird auch beim Lied „Viva las Vegas“ deutlich. So stimmen sogar die Kostüme und Bewegungen der Tänzerinnen mit der Fernsehsendung aus den sechziger Jahren überein.

Quartett stimmt Gospel an

 Rockiger und energiegeladen wird es mit „Hound Dog“ und „Jailhause Rock“, bevor es zum Höhepunkt des ersten Teils kommt: Der A-capella-Version des „The Stamps Quartett“ von dem Gospellied „Sweet Sweet Spirit“. Angeführt wird das Quartett von Ed Enoch. Der Leadsänger war von 1971 bis 1977 mit Elvis auf Tournee und sang auch auf dessen Beerdigung. Als anschließend Patrick mit den Sängern zusammen das Gospellied „He Touched Me“ anstimmt, hält es die ersten Zuschauer vor Begeisterung nicht mehr auf ihren Sitzen.

Im zweiten Teil der Show stehen Elvis späte Jahre und sein fulminantes Comeback 1968 im Fokus. Passend dazu trägt Patrick einen weißen Jumpsuit mit Stehkragen. In solchen Outfits hat sich Elvis ab 1970 als Entertainer vor allem in Las Vegas etabliert.

Der Höhepunkt des zweiten Teils ist das Konzert aus dem Jahr 1973 auf Hawaii. Es war das erste, das weltweit live im Fernsehen übertragen wurde. Dabei bekommt das Publikum Lieder aus den späten sechziger und siebziger Jahren zu hören, wie „A Little Less Conversation“, „See See Rider“, „Burning Love“ und „Bridge Over Troubled Water“. Dabei dürfen auch die Musiker der „Las Vegas Show Band“ mit Soli unter Beweis stellen, dass sie ihre Instrumente meisterlich beherrschen und blind aufeinander abgestimmt sind.

 Bei „Suspicious Minds“ wird Grahame Patrick seiner Rolle als Musik-Legende vollkommen gerecht, als er sich unters Publikum mischt, Hände schüttelt, sich fotografieren lässt und schließlich in bester Elvis-Manier, sein Halstuch verschenkt. Damit hat er das Publikum endgültig für sich eingenommen. Die Zuschauer hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. Bei den Zugaben „I wish I was in Dixieland“, „Johnny B. Goode“ und „Blue Suede shoes“ fangen einige sogar an zu tanzen, bevor sich „Elvis“ mit „Wooden Heart“ endgültig aus Füssen verabschiedet.

Katharina Knoll

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