Grippe bleibt Grippe

Wer an der Schweinegrippe erkrankt, den hat’s erwischt: Fieber, Gliederschmerzen, das volle Programm. Das war es dann aber auch und nach ein paar Tagen ist man wieder gesund. Das meinten auf Nachfrage des KREISBOTE Ärzte aus Füssen und Umgebung. Sie haben zwar Verständnis für die Sorgen der Patienten und gewinnen auch der Impfung einen Sinn ab, sehen jedoch keinen Grund zur Panik.

Gut zehn Fälle von Schweine-, Mexiko- oder Neuer Grippe vermeldete der Schwangauer Arzt Dr. Wolfgang May aus seiner Praxis. Fieber von bis zu 39,5 Grad plage die Patienten. „Wir hatten auch Fälle von Schweinegrippe, da waren die Leute richtig richtig krank“, bestätigte der Füssener Allgemeinarzt Dr. Bernd Rösel. Sie wurden jedoch allesamt wieder gesund. „Es musste bisher niemand ins Krankenhaus eingewiesen werden“, berichtete auch May aus seiner Erfahrung. Viele Leben fordert hingegen eine andere Grippe-Variante. Influenza nicht vergessen Der bundesweit zehnte Schweinegrippe-Todesfall liegt noch keine Woche zurück. Jährlich 5000 bis 10000 Todesopfer fordert laut Rösel hingegen die „herkömmliche“ Influenza. Von 10000 bis 15000 spricht gar das Landratsamt Ostallgäu. Dessen Sprecherin, Susanne Kettemer, warnte jetzt davor, vor lauter Schweinegrippe die Influenza nicht zu vergessen und sich gegen die „alte“ Grippe impfen zu lassen. Wie reagieren die Füssener auf die Schreckensmeldungen von Pandemie und tödlichen Infektionen? „Viele fragen einfach nur nach“, sagt Rösel. Seit jedoch der erste Fall einer offenbar gesunden Frau bekannt wurde, die an der Schweinegrippe starb, wuchsen die Impf-Anfragen sprunghaft an, erzählt er. Der Impfstoff komme in Zehnerpackungen, deshalb brauche er zehn impfwillige Patienten, damit es sich lohnt, so Rösel. Waren es Anfang November nur eine Handvoll, umfasse die Liste nun gut 50 Personen. Wer geimpft ist, der übertrage die Krankheit nicht und helfe so, die Ausbreitung einzudämmen, erläuterte er den Sinn der Vorsorge. Als noch nicht vollständig abschätzbar, wohl aber äußerst gering beurteilte er die Chance, dauerhafte Impfschäden davon zu tragen. Einige wenige Fälle wären möglich, wenn einmal Millionen Patienten geimpft sind. Die Spritze schützt übrigens nicht sofort – gut drei Wochen dauert es, bis der Patient sich sicher fühlen kann, nicht zu erkranken, erklärten May und Rösel einhellig.

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