Faschingsverein und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kapelle feiern am Freitag im Schlossbrauhaus

Doppelter Grund zum Feiern

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Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kapelle aus Schwangau feiert am Freitag ihr 40-jähriges Bestehen.

Schwangau – „Ah-so, Ah-so, Ah-so in Schwangau!“ heißt es am kommenden Freitag, 11. November, im Schwangauer Schlossbrauhaus. Dort werden ab 20.11 Uhr nicht nur die große Faschingseröffnung, sondern auch 44 Jahre Faschingsverein Schwangau e. V. und 40 Jahre Kaiser-Wilhelm-Gedächtinskapelle gebührend gefeiert.

Tatsächlich ist die Geschichte der Schwangauer Narren aber deutlich länger und voller Anekdoten. Denn schon zu Zeiten des Baus von Schloss Neuschwanstein um ca. 1870 waren Künstler aus München die Initiatoren von Faschings ähnlichen Veranstaltungen in Schwangau.

Dies war sicher der Startschuss für die Faschingshochburg Schwangau. Wie es in der Chronik zu lesen ist, kam es aber 1912 in der Faschingszeit zu einer „Katastrophe“, als in Schwangau der Bierstreik ausbrach. Die Maß kostete damals 22 Pfennige und der Preis sollte um einen Pfennig erhöht werden. Die Schwangauer tranken daraufhin ihr Bier im benachbarten Füssen.

Die Maschkerer nahmen diesen „Missstand“ zum Anlass in den Bierstreik zu treten, bis diese Verteuerung wieder zurückgenommen wurde. Im Jahre 1922 trat schließlich der Gesangsverein Schwangau mit gemischtem Chor und Männerchor sowie Faschingsunterhaltung an die Öffentlichkeit. Bereits 1929 am Faschingsdienstag zogen die Schwangauer Schützenvereine mit einem Maskenzug, Wagen und Gespann durchs Dorf.

Dabei wurde auch gleichzeitig der bisherige Kälterekord aufgestellt, nämlich minus 40 Grad Celsius. Schon nach wenigen Metern waren die Instrumente der Musikkapelle eingefroren. Mit der Zeit bildete sich so ein „wilder“ Verein, der Abende mit Unterhaltung, Musik und Tanz, mit Prinzenpaar und Garde veranstaltete.

40, 44 und 88 sind die magischen Zahlen, die der Faschingsverein in der Saison 2016/2017 feiert. Vor 40 Jahren bekam der Verein seine Standarte, wo vorher nur eine Fahne getragen wurde. Nur drei Jahre zuvor, am 29. Januar 1973, war aus einem wilden Haufen ein eingetragener Verein geworden.

Aber nicht nur der Faschingsverein, sondern auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle (KWGK) feiert ein Jubiläum – 40 Jahre KWGK! Schräge Töne, Lautstärke, Schlagkraft und Durchhaltevermögen zeichnen die Kapelle seit vier Jahrzehnten aus. Aus Protest gegründet 1977 gründete sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle nach einem Faschingsumzug aus Protest: Im Gasthof „Weinbauer“ spielte seinerzeit nach dem Umzug in Schwangau die Musikkapelle Füssen.

 Das passte den Schwangauern damals aber ganz und gar nicht, und so stürmten acht Musikanten der Musikkapelle Schwangau den „Weinbauersaal“ und bliesen mit viel Lautstärke, großem Radau und enormer Schlagkraft (nur auf der Trommel) den Füssnern ordentlich den Marsch. Schließlich war es der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnismarsch, der die Füssener Musikanten letztlich in die Flucht schlug. Die KWGK war geboren und seither ist der Name Programm.

Die Rivalität zwischen Füssen und Schwangau hat sich im Laufe der Jahre natürlich gelegt. Eine innige Freundschaft verbindet nun schon seit langer Zeit die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle mit den Ratsherren der Schindau, die alle am rußigen Freitag in der ganzen Stadt zu hören und zu sehen sind. Die Schindauer in Frack und Zylinder, die Kaiser-Wilhelm-Musiker in alter Feuerwehruniform und blank polierten Helmen.

Die KWGK zählt mittlerweile 25 aktive Musikanten, darunter nach wie vor sieben Gründungsmitglieder. Sie begleiten den Faschingsverein Schwangau jedes Jahr durch vier Gunglhosabende, den Senorennachmittag und auf diversen Umzügen.

Große Eröffnung Daher wird die Faschingseröffnung 2016/2017 heuer ganz groß im Schlossbrauhaus gefeiert. 44 Jahre Faschingsverein Schwangau e. V. und 40 Jahre Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle sind schließlich ein ganz besonderer Grund.

Die neue Präsidentschaft des Faschingsvereins Schwangau e. V., 1. Präsident Peter Reinelt und 2. Präsidentin Steffi Kiefer, werden sich dabei zum ersten Mal die Ehre geben. Begleitet wird das Programm von der Prinzengarde Schwangau mit einem Potpourri der vergangenen Jahre, den Ratsherren der Schindau, den Staiger Gugga-Bätscher e. V., Vorstellung des neuen Prinzenpaares 2016/2017 und natürlich der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle.

Beginn ist um 20.11 Uhr im Schlossbrauhaus in Schwangau. Der Eintritt ist frei, es gilt freie Platzwahl.

kb

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