Viele Besucher kommen zum Jubiläum nach Vils

200 Jahre bei Tirol

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Viele verfolgen den Zapfenstreich am Vilser Stadtplatz.

Vils – Der Vilser Stadtplatz in der Grenzgemeinde glich jetzt einem Amphitheater. Vor der barocken Pfarrkirche hatten an die hundert Musiker der Kapellen von Vils und Musau Platz genommen.

 Im Rund eine große Zahl an Zuschauern und jede Menge Prominenz aus dem Außerfern und dem Allgäu. Nach dem landesüblichen Empfang für Landeshauptmann Günther Platter stand zur Feier von „200 Jahre Vils bei Tirol“ „Der Große Zapfenstreich“ auf dem Programm.

Das auf historisch–traditionelle Elemente aufgebaute zeremonielle Musikstück fesselte und begeisterte die Festgäste. Die Musikanten mit Bezirkskapellmeister Harald Beyrer am Pult ernteten für die gekonnte Darbietung des musikalischen Leckerbissens den wohlverdienten Beifall der Zuschauermassen. Dass das Musikstück anlässlich der 600-Jahr-Feier der Zughörigkeit Tirols zu Österreich komponiert wurde, gab der Feier von Vils nochmals einen besonderen Anstrich.

Zum eigentlichen Festakt versammelte man sich im Festzelt unweit der Burg Vilsegg. Nahezu alle Bürgermeister des Außerferns, jene aus Füssen und Pfronten und viele Honoratioren aus den Talschaften von diesseits und jenseits der Grenze gaben den Vilsern die Ehre und lauschten den Festansprachen. Das Vilser Stadtoberhaupt Günter Keller erinnerte an noch nicht allzu lange zurückliegende Zeiten, als Grenzen tägliche Erschwernisse für die Bevölkerung in der Grenzregion darstellten.

Diese Probleme seien überwunden, ein leichtes Zusammenleben im Herzen Europas sei zur Normalität geworden. „Ein deutscher Bundestagsabgeordneter sprach einmal vom Allgäu als Paradies Deutschlands“, meinte er launig, und weiter: „das ist ja klar, es liegt ja in der Nähe von Vils.“ Wenn, so Keller, in Allgäuer Festzelten beobachtet werden könne, dass das Publikum auf den Bänken die heimliche Tiroler Hymne „Dem Land die Tirol die Treue“ lautstark mitsänge, so beweise das doch eindrücklich denn Stellenwert seiner Heimat.

 „Als Partner stehen wir mit jeder Faser unseres Herzens zu unserem Land, auf unser Zuhause, auf das wir weiterhin aufpassen müssen“, meinte er im Hinblick auf die sich ständig verändernden Bedingungen. Sein Zuhause, Vils, sei die schönste Stadt der Welt.

Schöne, kleine Stadt 

Der Oberbürgermeister der Partnerstadt Marktredwitz, Oliver Weigel, der mit einer großen Delegation angereist war, will die Partnerschaft intensivieren, die seit 1992 offiziell besteht und durch eine Krippenausstellung in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Man sei ja seelenverwandt, und selbst auch erst 200 Jahre wieder bei Bayern.

Beeindruckt zeigte sich der Gast „vom großen Erlebnis des Österreichischen Zapfenstreichs“ am Stadtplatz. Die Liebeserklärungen an Tirol vom Bürgermeister Günter Keller nahm Tirols Landeshauptmann Günther mit einem Augenzwinkern entgegen, weiß er doch Bescheid über die nicht immer unkritischen Beiträge zur Landespolitik von seinem „Vornamenkollegen“.

Er bezeichnete Vils als einen starken Wirtschaftsstandort im Bezirk Reutte und wies schon jetzt auf ein weiteres Jubiläum der einzigen Stadt des Außerferns in gut zehn Jahren hin. Dann kann der Grenzort die Feiern zur „700 Jahre Stadt“ ausrichten. Er forderte die Vilser und alle Tiroler auf, bei den immer schärfer werdenden Bedingungen nicht einzuknicken und die Arbeit für die Kommunen und das Land weiterhin mit dem nötigen Ernst und Einsatz zu verfolgen.

Es gelte ein gut bestelltes Haus zu schützen, mit Verantwortung Beschäftigung zu sichern und damit Zufriedenheit sicher zu stellen, meinte Tirols oberster Politiker. Genau wie Keller fand er, dass Vils eine schöne, kleine Stadt sei, auf die Tirol stolz sein müsse. Nach dem obligatorischen Austausch von Geschenken, gab man sich der „Nacht der Blasmusik“ hin und feierte bis in die Morgenstunden.

Niko

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