Die Gemeinde Nesselwang eröffnet den sanierten Wasserfallweg

Ein hartes Stück Arbeit

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Pfarrer Bernd Leumann (links) segnet bei der Wiedereröffnung den sanierten Wasserfallweg.

Nesselwang – 600 Arbeitsstunden waren notwendig, um den durch einen Felssturz arg in Mitleidenschaft gezogenen Wasserfallweg bei Nesselwang zu sanieren. „599 Stufen sind's“, so Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart bei der Eröffnung am Sonntag.

„Meine Frau und ich haben's gezählt“. 237 davon wurden nun durch Stahl und Gitterroste ersetzt, „damit wir für die nächsten Jahre Ruhe haben“, so der Rathauschef.

Die Treppe am Schloßbach, an dem bei Einheimischen und Gästen beliebten Aufstieg zur Alpspitz, dem Nesselwanger Hausberg, überwindet dabei mehr als 90 Meter. Der Aufstieg durch den Schloßbach-Tobel wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts rege genutzt. Der Bau der Eisenbahn-Strecke von Kempten nach Pfronten 1895 brachte vermehrt die ersten Touristen nach Nesselwang.

Wie Bürgermeister Erhart bei der Wiedereröffnung erzählte, stiftete der Fabrikanten Sigmund Riefler den ersten Steg, der damals sein Wohnhaus mit der Fabrik in der Von-Lingg-Straße verband und nach dem Umzug der Firma in die Bahnhofstraße nicht mehr gebraucht wurde. Dieser Steg baute der Ortsverschönerungsverein, der Vorgänger des jetzigen Verkehrsvereins, am Wasserfall ein. Sechs Mühlen waren damals in Nesselwang an den Bächen in Betrieb.

Erhart zählte die neun Bäche von Ost nach West auf, die alle in die Wertach an der Landkreisgrenze zum Oberallgäu münden. Er dankte dem Team vom Bauhof unter dem Bauhofleiter Thomas Kunkel, allen voran Simon Hoffschulz und Kurt Allgaier, die die 173 neuen Roste gebohrt und geschraubt hatten.

"Gefährliche Arbeit"

Peter Heel war für den Bau der Naturstufen verantwortlich. „Viel Arbeit, harte Arbeit, gefährliche Arbeit“, so beschrieb Erhart den Einsatz des Teams.Bevor diese aber mit dem „Neubau“ und der Sanierung beginnen konnte, räumte die Bergwacht unter der Leitung von Bereitschaftsleiter Michael Gimbel in vielen ehrenamtlichen Stunden loses Geröll und Schutt an den Hängen entlang des Wanderwegs ab.

Wasserfallweg ist wieder begehbar

Auch die Bundeswehr mit der Patenkompanie aus Füssen half bei der Sanierung und beim Abräumen des Gerölls mit. Erhart dankte Gerhard Mair von der Flussmeister-Stelle, der die Arbeiten begleitet hatte, sowie Ralf Speck, dem Geschäftsführer der Alpspitz-Bahn, die ebenfalls einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Wege am Nesselwanger Hausberg leiste.

Segen vom Pfarrer

Pfarrer Bernd Leumann, der aus Wertach stammt „und noch nie hier rauf gekommen ist“, wie Bürgermeister Erhart betonte, segnete den neuen Weg und die zahlreichen Stufen und Brücken. „Ich hatte die Qual der Wahl, um die richtigen Worte in unserer Bibel dafür zu finden“, so der Geistliche. Mit der Aussage Jesu „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, wünschte er allen Wanderern einen unfallfreien Aufstieg und ein glückliches Ankommen.

Zusammen mit Thomas Kunkel, dem Leiter des Bauhofs, durchschnitt Erhart das Band und gab den Weg damit offiziell frei. Musikalisch umrahmten die Schwarzenberger Alphornbläserinnen mit Margit Berkmiller, Karin Trunzer und Katja Jörg die Feier.

Herbert Hoellisch

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