Günter Meyer, Verwalter des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, geht in den Ruhestand

Nach 22 Jahren ist Schluss

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Das Ehepaar Günter und Sabine Meyer mit dem Generaldirektor des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Peter Scherkamp.

Hohenschwangau - In einem feierlichen Rahmen und mit zahlreichen Gästen ist der langjährige Verwalter des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Günter Meyer, in Hohenschwangau verabschiedet worden.

Um den Administrator zu begrüßen, waren neben dem Generaldirektor Peter Scherkamp auch ihre Königliche Hoheit, Prinzessin Beatrix von Bayern, aus München angereist. 

Künftig wird das Ehepaar Ursula und Albert Aulinger die Geschicke der Liegenschaften managen. „Was für ein schöner Rahmen, hier in der Alpenrose, für Herrn Meyer, der sich heute offiziell verabschiedet“, befand Peter Scherkamp, Generaldirektor des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF). 

Der WAF ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts, der das kulturelle Erbe des Hauses Wittelsbach mit all seinen Kunstschätzen pflegen und erhalten soll. Um seinen langjährigen Mitarbeiter zu verabschieden, war der WAF-Generaldirektor jetzt eigens aus München angereist. Nach 22 Jahren als Verwalter für den WAF in Hohenschwangau „hat er uns vor einem Jahr ziemlich überrascht“, so Scherkamp, als Meyer seine Entscheidung kundgetan habe. 

„Er wollte selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, für eine Pensionierung. Und nicht einfach die 65 abwarten.“ Und der sei Ende September vergangenen Jahres gewesen, resümierte Scherkamp, sogar die mehrwöchige Reise durch Afrika sei schon gebucht gewesen. Womit Scherkamp sogleich ernst wurde und auf die Wichtigkeit der Aufgabe Meyers einging. Günter Meyer sei Schlossherr gewesen, Leiter eines Busbetriebes, habe Hotels gekauft, wie andere Briefmarken, und diese geführt, Restaurants, Immobilien und „last not least“, Parkplätze gemanagt. 

Dabei aber habe er „nie den Blick verloren für das Alpseebad und den Steeg, das Bootshaus, die Fischerei“. Die Versuchung sei so groß gewesen, gestand Scherkamp „dass ich mein Hauptaugenmerk auf diese Dinge gelegt hätte, wäre ich Herr Meyer gewesen“. 

50 Prozent mehr Besucher 

Doch mit solchen Versuchungen habe sich Günter Meyer nicht abgegeben. Vielmehr seien in seiner „Regentschaft“ die Besucherzahlen im Schloss Hohenschwangau um mehr als 50 Prozent auf über 380.000 gesteigert worden. „Das Ticketcenter wurde onlinefähig gemacht und ein Masterplan für die touristische Entwicklung erarbeitet“, charakterisierte Scherkamp den früheren Administrator. Und weiter: „Ein Museum wurde eröffnet und ein Hotelprojekt geplant“. So dass man insgesamt sagen könne, „Hohenschwangau macht der Generaldirektion viel Freude“. 

In diesen 22 Arbeitsjahren habe Meyer drei Generaldirektionen „verschlissen“, scherzte der aktuelle Generaldirektor. Wobei München und die Generaldirektion ja weit, fast schon abgelegen, sei. Vor Ort aber müsse man seinen Mann bzw. seine Frau stehen, so Peter Scherkamp auch im Hinblick auf Sabine Meyer. Sie habe „natürlich auch fleißig mitgewoben an diesem weiten lokalen und regionalen Netzwerk und Beziehungsgeflecht, das es für eine solche Aufgabe braucht“.

 Ihr gelte Dank, neben vielen, vor allem dafür, dass sie ihren Mann hergeschenkt habe für diese Aufgabe. Daneben vergaß Scherkamp aber nicht Andrea Strein, die langjährige Assistentin Meyers. Man sei sehr froh, für sie wieder ein „stabiles Tandem gefunden zu haben“. 

Dieses Tandem, das ist das Ehepaar Ursula und Albert Aulinger, das in den vergangenen 25 Jahren das Hotel „Admira“ in Weiden in der Oberpfalz geführt hat. „Es wird sicherlich die eine oder andere Herausforderung auf uns zukommen“, schätzte Aulinger die neue Aufgabe ein. Er bedankte sich aber bei seinem Vorgänger und befand, dieser habe ihm „a g’mahde Wiesn“ hinterlassen. „Und mit solchen Mitarbeitern wird mir nicht Angst“, so der gelernte Industrie- und Hotelkaufmann. 

Abschließend kam Günter Meyer noch einmal selbst zu Wort. Der sich für die Zusammenarbeit bedankte, insbesondere mit der königlichen Familie. Aber auch bei seinen Mitarbeitern, ohne deren Arbeit das alles nicht möglich gewesen sei. Man habe die Aufgabe sehr, sehr gern gemacht, so Meyer weiter. Und wie sein Vorgänger seine Ära geprägt habe, habe wohl auch er einen prägenden Einfluss gehabt, sagte Günter Meyer selbstkritisch. Und auch Albert Aulinger werde Hohenschwangau prägen.

Oliver Sommer

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