Günstiger wohnen?

Eine definitive Entscheidung gab es jüngst in der Sondersitzung des Stadtrates nicht, als das Gremium sich mit dem Antrag der Freien Wähler beschäftigte, in Füssen für mehr sozialverträglichen Wohnraum zu sorgen. Allerdings führten die Stadträte eine angeregte Diskussion über das Thema. Die Meinungen, ob überhaupt ein Bedarf an günstigem Wohnraum besteht, gingen allerdings auseinander.

An Wohnungen für einkommensschwache Haushalte fehle es in der Lechstadt, beklagte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Michael Wollnitza. Den Freien Wählern schwebte ein Modell nach Münchner Vorbild vor, demzufolge bei einem neuen Wohnbauprojekt 30 Prozent Sozialwohnungen entstehen müssen. Kritiker sahen hier aber die Bauunternehmen in der Pflicht, nicht die Politik. „In jüngster Zeit ist viel teurer Wohnraum gebaut worden“, erklärte seine Fraktionskollegin Dr. Anni Derday, so etwa auf dem ehemaligen Hallenbadgelände. An günstigem Wohnraum fehle es, viele ein- kommensschwache Familien wanderten daher in die umliegenden Dörfer wie Rieden oder Schwangau ab. Dass Füssen gar zur „Ruhestandshochburg“ durch viele zugezogene Senioren werden könnte, befürchtete Stadtrat Martin Lochbihler (CSU). Einen Mangel an Baugrund für junge Familien monierte Stadtrat Gabriel Guggemos (Füssen-Land). Als positives Beispiel zogen die Stadträte den Venetianerwinkel heran, laut Bürgermeister Paul Iacob „das größte Füssener Wohnbauprojekt nach dem Krieg“. „Wir müssen Miet- und Eigentumswohnungen gleichwertig in den Blick nehmen“, mahnte Ilona Deckwerth (SPD). Für einen effizienten Wohnungsbau auf kleinem Raum plädierte Franz Nagel (CSU). Doch gibt es überhaupt Bedarf? Stadtrat Günther Knauss (Bürgerbock), selbst Bauunternehmer, meinte aus eigener Erfahrung „nein“. „Wir haben heute eher mehr sozialen Wohnbau in Füssen als früher“ meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Lothar Schaffrath. In Anbetracht fehlender Daten sprach sich neben Ilona Deckwerth auch Ursula Lax (CSU) für eine Bedarfsermittlung aus, einen Mietspiegel wie in anderen Städten, so Paul Iacob, gebe es in Füssen schließlich nicht.

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