Junge Füssener sagen was ihnen in der Lechstadt fehlt

Jugendliche wollen Hallenbad

+
SPD-Stadtrat Wolfgang Bader hat ein offenes Ohr für die Belange der Füssener Jugend.

Füssen – Stadtrat Wolfgang Bader (SPD) hatte jetzt als neuer Jugendbeirat Schülerinnen und Schüler ins Füssener „Jufo“ eingeladen. Dabei wollte er vor allem aus erster Hand die Wünsche der Jugendlichen mit Blick auf ihren Lebensmittelpunkt erfahren.

Eine kleine Gruppe versammelte sich dafür im Jufo. Ganz oben auf ihrer Liste steht, was auch viele Erwachsene in Füssen wieder gern hätten: ein Hallenbad. 

Wie Jufo-Leiter Stefan Splitgerber erklärte, sei es in Marktoberdorf gelungen, junge Leute mit einem schlüssigen Konzept zu aktivieren, das mit einer „Jugendvollversammlung“ beginnt. Hier könne ein Vorstandsgremium gewählt werden.

Die Interessen von Jugendlichen von zwölf bis 16 Jahren und einer zweiten Gruppe von 17 bis 21 Jahren sollten hier jeweils eine Person, die ins Führungsteam gewählt wurde, vertreten. Zu den Themen, die von Jugendlichen zur Sprache gebracht und gesammelt werden, „bilden sich einzelne Arbeitsgruppen. Hier wird dann vorbereitet, wie die Jugendlichen mit der Stadtverwaltung kommunizieren. Der Vorstand, bestehend aus den zwei Vorsitzenden und den Vertretern der Jahrgangsgruppen, nimmt an entsprechenden Stadtratssitzungen teil“, schilderte Splitgerber die Brücke ins Rathaus.

Den jugendlichen Teilnehmern der Runde gefiel dieses Modell gut. Splitgerber, seine Mitarbeiterin Kezia Dünser und Bader zogen sich aus dem Besprechung zurück, damit sich die Schülersprecherin der Mittelschule, Lisa Dimdik, sowie die anderen Jugendlichen mit einer Aufstellung einer Wunschliste befassen konnten.

Treffpunkt am Sonntag 

Lukas, Selina und Anita beantworteten Baders Fragen, was ihnen in Füssen fehle und was ihnen gefalle. Generell ging es um diese Frage: „Was macht unsere Stadt jung?“ Shoppen sei in Füssen nahezu unmöglich. Es fehlten die Läden mit junger Mode. „H& M hätte uns gefallen“, meinte nicht allein Lisa. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kempten oder München zu fahren, sei teuer und koste viel Zeit. „Einen Treffpunkt für sonntags und drinnen“ wünscht sich der 16-jährige Lukas.

Er meint: „Wir könnten uns in Füssen zum Beispiel per Handy in einer Bowlingbahn verabreden.“ Splitgerber machte mit Hinweis auf den jetzt zu erwartenden Skaterplatz deutlich, dass die Ideen von Jugendlichen auch Chancen hätten, einmal verwirklicht zu werden. Wolgang Bader betonte außerdem: „Von selbst kommt die Stadtverwaltung aber nicht auf eure Idee, eine Bowlingbahn bauen zu lassen.“

 Wie Splitgerber auf Nachfrage noch erklärte, „ist die Zahl der Besuche im Jugendtreff in letzter Zeit erfreulich gestiegen.“ Der Treff bleibe am Wochenende geschlossen. Warum das so heute ist, erklärt der Jufo-Leiter mit dem Hinweis auf „unsere Erfahrung, dass da zu wenig Leute gekommen sind“.

Mit einem weiteren Treffen, zu dem auch die Sprecher aller anderen Schulen und natürlich alle Jugendlichen eingeladen sind, möchten Lisa und ihre Clique dem ersten großen Ziel näher kommen: eine Vollversammlung, noch im kommenden Juli. Splitgerber ergänzte: „Es wird dann sicher nicht langweilig.“ Denn nach den Diskussionen solle – nach dem Vorbild Marktoberdorf – eine Party stattfinden. Aus dem Kreis der Jugendlichen kam spontan die Idee, den Bürgermeister einzuladen.

Sportstadt kommt gut an

 Gute Noten bekommt die Stadt von ihnen mit Blick auf die Sportanlagen, die öffentlich zugänglich sind. Zum kicken, fieseln oder Körbe werfen gebe es genügend Angebote. Hier zeige sich, dass Füssen jung sein könne.

Chris Friedrich

Meistgelesene Artikel

Skispaß ohne Grenzen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal

In den Skigebieten in Oberstdorf und dem Kleinwalsertal kennt der Skispaß, im wahrsten Sinne des Wortes, keine Grenzen. Eine der attraktivsten …
Skispaß ohne Grenzen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Kommentare