Georg Ried und Walter Sirch sorgen beim Bockbieranstich in Nesselwang für Stimmung

"Da kannst Du nur noch Starkbier saufen"

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Georg Ried nimmt beim Anstich in der Alpspitzhalle wie gewohnt kein Blatt vor den Mund und stellt die Prominenz humorvoll an den Pranger.

Nesselwang – Drei Schläge benötigte der mit den Insignien Schürze und Schlegel ausgestattete Zweite Bürgermeister Hans Möst, um am Samstagabend das erste Fass mit dem Nesselwanger Bock in der Alpspitzhalle anzuzapfen.

Unterstützt wurde er dabei von Brauereichef Karl Meyer. Der bat nach dem erfolgreichen Anzapfen auch Pfarrer Maximilian Hieble auf die Bühne, wo die drei die ersten Schlucke des frischen Bocks genossen. Georg Ried, bekannter Mundart-Gedichtleschreiber und Moderator aus dem Bayerischen Rundfunk, und der Kabarettist Walter Sirch sorgten in der nur gut halb besetzten Alpspitzhalle im Anschluss für zahlreiche Lacher.

 In seinem Mundartgedicht erläuterte Ried die Vorzüge des Bieres „vor allem in dieser Zeit mit mangelndem Frohsinn und Heiterkeit“. Manche Situation liese sich nur mit Bier ertragen „Europa ist ein Scherbenhaufen, da kannst Du nur noch Starkbier saufen“. Zu Nesselwang fand er nicht viele Worte. Der ausgeglichene Haushalt, das neue Baugebiet „Im Gern“ – da sei alles in bestem Klang. Auch zur Pressearbeit äußerte sich der Mundartdichter.

 Das große Thema unserer Zeit – die Flüchtlingskrise – lies er aus, „weil sonst kann‘s ja jeder gleich in der Zeitung lesen“. Aber ist das Tagblatt eigentlich noch das Papier wert?“ Ein Thema war bei ihm noch offen, „durch die Flüchtlingskrise ist es abgesoffen“. Das Thema Maut und Minister Dobrindt, aber auch prominente Steuersünder wie Uli Honeß, der ab Ende des Monats wieder ein freier Mann ist, wurden angerissen.

Witze über Allgäuer

 Die größten Steuersünder und -sünden wie Elbphilharmonie in Hamburg, der Berliner Flughafen „Willy Brandt“, der Nürburgring und sein Befürworter Kurt Beck oder auch ein mittlerweile abberufener Limburger Bischof wurden ebenfalls an den humorvollen Pranger gestellt.

Für Lacher sorgte Ried mit seinen Witzen über die Allgäuer und das nicht immer leichte Zusammenleben von Mann und Frau. „Eine bodenlose Sauerei“ war es für Walter Sirch, das den Männern die Frauenzeitschriften vorenthalten würden. Seit er diese regelmäßig lese, sei er immer auf dem neuesten Stand und „hot an gonz ondere Horizont“: Kältecremes, Kuren, Krankheiten und Beziehungsprobleme, von denen man gar nichts gewusst habe. „Stell Dir vor, Du feierst Goldene Hochzeit und stellst dann fest, das Du seit mehr als 30 Jahren in einer kaputten Beziehung lebst. Oder Du stellst fest, dass Du eigentlich seit drei Jahren in psychatrische Behandlung gehörst“.

Bibelkreis für Männer

 Sirch will sich jetzt der Aufklärungsarbeit widmen und gründet einen Bibelkreis „nur für Männer“, in dem sich diese anonym mit den Frauenzeitschriften beschäftigen. Die Männer sollten auch auf dem selben Stand wie die Frauen sein. Die Männer würden dann endlich die Frauen verstehen „nach mehr als 2000 Jahren“.

Allesfressende Frauen

 Teuer zu stehen kämen ihn die neuen Zähne seiner Frau Elsbeth. Bisher konnte sie nur Gemüse und Suppe essen, jetzt müsse es nach der erfolgreichen Gebiss-Sanierung Schnitzel und Braten sein. „Das sind zehn Weizen, die mir die am Tag wegfrisst“. Beschwerde wolle er einreichen bei dem Zahnlabor „da meine Frau sich jetzt auch noch über mein Geräuchertes hermacht“.

Er müsse Veränderungen vornehmen, damit seine Frau zukünftig wieder nur „Fleischküchle und Erdäpfel“ essen kann „Des muess reiche!“ Ansonsten müsse er eine Selbsthilfegruppe für Ehemänner von allesfressenden Ehefrauen gründen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Harmoniemusik Nesselwang unter der Leitung von Helmut Wittmann. Flotte Märsche und zünftige Lieder und das eine oder andere Prosit brachten Stimmung in den Saal und animierten auch zum Mitsingen. Zum Festausklang wurde auf vielfachen Wunsch Nesselwangs „Nationalhymne“ gespielt – der Nesselwanger Marsch.

Herbert Hoellisch

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