Hahnenkammbahn übt Ernstfall

Ein Bergretter hilft einem „Eingesperrten”, die Sicherheitsvorkehrungen korrekt anzulegen bevor er ihn abseilt. Foto: Sommer

Wie schnell der Ernstfall eintreten kann, erlebte man heuer am Tegelberg. Durch äußere Einflüsse steht die Bergbahn still, über Stunde sind die Fahrgäste in luftiger Höhe eingeschlossen. Wie man die Eingesperrten möglichst schnell, vor allem auch an schwierigen Stellen der Bahn befreit, wurde jetzt am Hahnenkamm in Höfen geübt.

Die Bilder vom August hatten wohl alle noch im Kopf, als Norbert Müller, Betriebsleiter der Hahnenkammbahn, die Beteiligten über den Ablauf der Übung informierte. Ein gutes Dutzend Freiwillige wird mit den Gondeln auf den Berg fahren, dann kommt es zum Nothalt in dessen Folge die Retter „ran“ müssen. Durch gemischte Teams aus Bergrettern, Feuerwehr und Bahnmitarbeitern sollen die Eingeschlossenen befreit werden. Während sich der Bergretter über das Seil zu der Gondel vorarbeitet, bilden die anderen die Bodencrew. Der Abzuseilende muss am Seil geführt werden und am Boden werden dann die Daten aufgenommen und zu Sammelstellen gebracht. Ursprünglich hätte auch der Rettungshubschrauber an der Übung teilnehmen und die Retter auf den Berg fliegen sollen. Dichter Nebel im Tal vereitelte aber letztlich den Einsatz. Im Ernstfall, so Müller, würde der Rettungshubschrauber aber trotzt Nebels fliegen. So mussten die Retter zuerst mit der Bahn auf den Berg fahren. Rund drei Stunden dauerte dann die Übung, bei der um die 50 Retter beteiligt waren. Hat der Bergretter die Gondel erreicht, müssen die Eingeschlossenen im so genannten Petzl-Dreieck Platz nehmen, werden angehängt und abgeseilt. Eine schweißtreibende Arbeit für den Retter, trotz eisiger Temperaturen. Besonders schwierig wurde es kurz unterhalb der Mittelstation, wo die Eingeschlossenen nicht direkt nach unten sondern schräg auf die Piste abgeseilt werden müssen, da im unter der Gondel liegenden Graben Lawinengefahr herrscht, so die Bergrettung. Auch weiter oben ist das Abseilen nicht ohne, hier hängen die Gondeln um die 30 Meter über dem Grund und lange Taue kommen zum Einsatz. Dagegen konnte die Feuerwehr sogar mit ihrem Löschfahrzeug bis zu einigen der weiter unten hängenden Gondeln vorfahren. Eine, aus Sicht aller Beteiligten, durchaus positive und gelungenen Rettungsaktion, bei der unter anderem die Witterung eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Nun beginnt aber für die beteiligten Einsatzleiter die Hauptarbeit. So soll aus den Erfahrungen und Ergebnissen der Übung ein Rettungskonzept erarbeitet werden. Damit, so Müller, die anrückenden Rettungskräfte künftig sofort wissen, wo sie hin müssen und was im Ernstfall zu tun ist.

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