Ein Haus, das seinesgleichen sucht

Nun ist es eröffnet: Das über 300 Jahre alte Felixé-Mina-Haus in Tannheim soll ein ein kleines kulturelles Zentrum werden. Foto: Name

„Wir haben gar nicht gewusst, welches Juwel wir hier in Tannheim haben“, beschrieb Markus Eberle das neue Kulturhaus. Vor einer Woche hat der Tannheimer Bürgermeister das restaurierte und sanierte Haus aus dem Jahr 1698 an die Bevölkerung übergeben als neues Kulturzentrum mit Probenraum der Musikkapelle, Bauernladen und einem Haus, das die letzten 300 Jahre wieder lebendig werden lässt. Seinen Namen verdankt es der letzten Bewohnerin Mina (Wilhelmina) Schmid, Tochter des Felix und einer Besonderheit des Tannheimer Dialekts.

Schon vor 20 Jahren, damals starb Wilhelmina Schmid, hätte das Haus Museum werden können. Aber erst mit dem Tod von August Kleiner bekam der Verein Heimatmuseum Tannheimer Tal das Haus, das dann an die Gemeinde Tannheim übereignet wurde. Vor drei Jahren begann dann der Prozess, wie ihn Markus Eberle bei der Einweihung rekapitulierte. Mit der Diskussion über das Für und Wider, dem Workshop und dem Architektenwettbewerb, der den jetzt umgesetzten Entwurf hervorbringt. Mit Mitteln aus der Kulturabteilung des Landes Tirol, aus dem Naturschutzfonds, der Tiroler Landesgedächtnisstiftung und der Europäischen Union entstand ein Kulturhaus, das Historisches mit Modernem geschickt kombiniert, den Bestand des alten Hauses, das in drei Bauphasen (1700, 1813 und schließlich der Stalltrakt um 1984) errichtet wurde, erhält, gleichzeitig aber barrierefrei erlebbar macht. Vielseitige Nutzung So kann jeder Besucher in die Geschichte zurückgehen, quasi als wären Bewohner nur kurz zum Einkaufen außer Haus, so Markus Eberle. Nach der Bestandsaufnahme wird im kommenden Jahr das Mobiliar wieder zurückkommen, in zwei Jahren ergänz dann die Ausstellung zum Schutzgebiet das Museum, in dessen Vorraum zurzeit das Werden des Hauses zu sehen ist und das dreimal die Woche auch die Pforten des Bauernladens öffnet. In Gegenwart der für Bildung, Kultur und Denkmalschutz zuständigen Landesrätin Dr. Beate Palfrader sowie der Landtagsabgeordneten Sonia Ledl-Rossmann ließ Eberle dann nochmals den Entscheidungsprozess Revue passieren ehe der Entwurf des Innsbrucker Architekten Richard Freisinger von Tannheims Pfarrer Donatus Wagner das Haus segnete. Künftig kann man aber auch das unter dem Dach platzierte Labor und die Bücherei nutzen und das Probenlokal der Musikkapelle, das auch für Konzerte genutzt werden wird. Nach Ansicht von Experten handelt es sich um höchstes Kulturgut, das in seiner vollständig erhaltenen Bauweise seinesgleichen im Raum Vorarlberg-Tirol sucht. Zur Zeit ist im Museum vor allem der Werdegang des Hauses dargestellt und Schüler der Volksschulen des Tals haben eine Ausstellung über den Vilsalpsee gestaltet. gau

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