Räte segnen Pläne für Bahnhofsvorplatz ab

Kritik an Kostenaufstellung

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Im Oktober werden die Mieter in das neue Bahnhofsgebäude einziehen. Wie der Vorplatz künftig ausschauen soll, darüber beriet am Dienstag der Stadtrat.

Füssen – Platten aus Betonstein mit Beschichtung, behindertengerechte Übergänge und ein Fußgängerleitsystem soll der neue Bahnhofsvorplatz unter anderem bekommen. Die Pläne dafür hat der Stadtrat am Dienstag abgesegnet.

Kritik blieb allerdings nicht aus: Die Freien Wähler Füssen (FWF) bemängelten, dass noch keine genaue Kostenkalkulation vorliegt. Dass die Stadt den Platz überhaupt mitfinanzieren muss, ging dagegen Dr. Christoph Böhm (CSU) gegen den Strich. Im Oktober werden die Mieter in den Bahnhof einziehen. Deshalb soll auch bald der Bahnhofsvorplatz fertig werden.

Bei der Gestaltung hat sich die Stadtverwaltung laut Bürgermeister Paul Iacob (SPD) eng mit der Firma Hubert Schmid, Füssen Tourismus und Marketing (FTM) und den Elektrizitätswerken Reutte (EWR) abgestimmt.

Denn der Platz gehört zum größten Teil der Firma Hubert Schmid, nur rund 100 Quadratmeter befinden sich im Besitz der Stadt. Trotzdem sollen beide Bereiche einheitlich gestaltet werden, sagte Iacob. So sollen auf dem Vorplatz Steinplatten verlegt und behindertengerechte Übergänge sowie Blindenleitsysteme Richtung Post und Finanzamt installiert werden, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Drei LED-Mastleuchten werden auf dem Platz für Licht sorgen. Auf der Westseite, auf dem Grund der Stadt Füssen, soll das WC-Gebäude und Langzeit-Fahrradstellplätze für Bahnkunden hin. Auf der Südseite ergibt sich allerdings ein Problem: Da dort auch der ZOB entstehen soll und die Pläne dafür noch nicht vorliegen, werde dieser Bereich vorübergehend asphaltiert bis er einheitlich gestaltet werden kann, so Angeringer.

Neues Fußgängerleitsystem

Auf dem Bahnhofsvorplatz wird außerdem ein Fußgängerleitsystem angebracht. Daneben möchte man den Beginn und das Ende der Romantischen Straße und der Via Claudia Augusta sichtbar machen.

Wie das allerdings umgesetzt werden soll, sei noch unklar, so Angeringer. Von einer Idee hat man sich aber schon verabschiedet: Das geplante Drei D-Modell der Stadt Füssen auf dem Bahnhofsvorplatz aufzustellen. „Es ist relativ schwierig eine freie und optisch wirksame Stelle zu finden“, so der Bauamtsleiter. Deshalb werde das Modell an der Ecke Reichen- und Ritterstraße aufgestellt, wo viele Touristen vorbeikommen, so Angeringer.

Den Umbau des Platzes finanziert zum Großteil das Bauunternehmen. Allerdings kommen auf die Stadt Füssen Kosten von pauschal 35.000 Euro zu. Die Stadt gehe aber davon aus, dass der Anteil der Stadt „etwas geringer ausfallen muss“. Eine „nachprüfbare Kalkulation auf der Basis ortsüblicher Preise“ müsse Hubert Schmid noch vorlegen, sagte der Bauamtsleiter.

Nur Differenz zahlen

Dass die nicht jetzt schon da sei, darüber wunderte sich Jürgen Doser (FWF). Schließlich habe man den Stein für die Bodenplatten schon ausgesucht. „Da sollten wir schon ein bisserl Gas geben“, meinte Doser mit Blick auf die anstehende Eröffnung des Bahnhofs.

Ins gleiche Horn stieß seine Fraktionskollegin Dr. Anni Derday. „Es steht eine Pauschale im Raum, mit der wir nichts anfangen können“, meinte sie. Deshalb forderte sie, dass die Stadt nur die Differenz zwischen der günstigsten Lösung – Asphalt – und dem jetzt ausgesuchten Belag übernehmen und nicht auch noch den Unterbau finanzieren sollte.

Daraufhin ging Iacob genauer auf die Aufschlüsselung der Kosten ein. Für die Fläche, die dem Bauunternehmen gehört, bezahle die Stadt nichts. „Wir übernehmen im öffentlichen Bereich einen Teil der Kosten“, so Iacob. Hier mussten für die Bauarbeiten Untergrund und Gehsteige beseitigt werden. Die Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes müsse das Bauunternehmen übernehmen. „Das, was für den öffentlichen Bereich an Mehrkosten anfällt“ finanziere die Stadt, so der Rathauschef. „Wir wollen einen genauen Detailbericht. Der kommt. Das war bisher nicht möglich.“

Keine Beteiligung

Doch warum die Stadt sich überhaupt an den Kosten beteiligen sollte, konnte Dr. Christoph Böhm (CSU) nicht nachvollziehen. „Die Stadt soll zahlen, obwohl sie vorher einen Gehsteig und einen gepflasterten Vorplatz gehabt hat.“ Dann habe Hubert Schmid das „kaputt gemacht. Die Stadt sollte gar nichts zahlen“, so Böhm. Mit seiner Meinung stand er allerdings allein da.

Die Räte begrüßten mehrheitlich die vorgestellten Pläne. Die Stadt solle die Kosten auf Basis einer nachprüfbaren Kalkulation übernehmen. Diese soll bis zur Sondersitzung des Stadtrats am 11. Oktober bzw. bis zur Sitzung am 25. Oktober vorliegen. Die entsprechenden Verträge mit dem Bauunternehmen soll die Stadtverwaltung abschließen (Böhm und Ullrich dagegen). Außerdem sollen Fahrradständer nahe des Eingangs aufgestellt werden.

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