Heino rockt in Roßhaupten

Heino in Roßhaupten: Ganz in Schwarz überzeugt er das Publikum bei den Songs vom Album „Mit freundlichen Grüßen“. Foto: nis

Roßhaupten – Zum dritten Mal hat heuer das Allgäu-Open-Air-Festival auf dem Gelände der FZ-Getränke GmbH in Roßhaupten stattgefunden. Los ging es am Freitagabend mit „Barfuss“. Mit Alpen-Rock heizte sie dem Publikum ein, das nicht so zahlreich erschienen war, wie gehofft. Und dann kam Heino.

In schwarzem Ledermantel, an den Schultern mit spitzen Nieten verziert, den Totenkopfring am Finger und der schwarzen Brille betrat Heino schließlich die Bühne. Schon bei den ersten Takten von „Junge“ hatte er mit seiner großartigen Band und dem temperamentvollen Chor (zwei Sängerinnen und ein Sänger) das Drei-Generationen-Publikum, das sich nun dicht vor der Bühne drängte, „im Sack“. Mitsingend und klatschend huldigte es dem Star auf seinem neuen musikalischen Weg. 

Zugegebenermaßen nicht zu Unrecht. Sein Bariton war nie umstritten und ist heute noch genauso tragend. Auf der Bühne verbog er sich nicht, war kein abgehalfterter Punk oder Rocker. Sichtlich mit Spaß sang der Profi die Songs der „Ärzte“, „Rammstein“ und wie sie alle heißen. Selbst Nenas „Leuchtturm“ interpretierte er auf seine Weise und damit glaubhaft. Das Roßhauptener Publikum zückte zwar keine Feuerzeuge, aber die Smartphones. 

Als sich der Barde von der Bühne zurückzog hallten „Heino-Rufe“. Der ließ sich nicht lange bitten und kam in rotem Jackett zurück. Nun waren die alten Heino-Hits dran. Neuer und poppiger arrangiert, überzeugte er mit seinen Musikern das Publikum noch einmal, das alle Lieder mitsang. Zugaben gab es reichlich, gegen elf Uhr war Schluss. 

Es folgte eine lange Pause, viele gingen. Heinos Equipment wurde abgeräumt, das von „Barfuss“ wieder aufgebaut. Die Waltenhofener Jungs krachten mit Hubert von Goiserns „Brenna tuats guat“ auf die Bühne und schon hatten sie das Publikum wieder. Ihren neuen Song „Lederhose“ stellten sie gleich danach frech vor und spielten weiter bis zwei Uhr. 

Am Samstag war schon ab 17 Uhr Life-Musik in Roßhaupten zu hören. Wilfried Rösch, Quattro Poly und die „Schwindeligen 15“ traten auf. Spätestens bei den „Schwindeligen“ ab 21 Uhr konnte man sich auf dem Festival-Gelände kaum mehr rühren. Gut 3000 Besucher feierten in bester Laune bis tief in die Nacht. 

Dass Heino in Roßhaupten aufgetreten war, sei das Ergebnis einer „geselligen Runde“ der beiden Brüder Franz und Christoph Zimmermann gewesen, die laut Franz Zimmermann „etwas Besonderes zum 60-jährigen Geschäftsjubiläum haben wollten. Das war am Freitag gefeiert worden. Schon beim ersten Kontakt mit dem Heino-Management sei man sich einig gewesen.

Auch wenn der Karten-Vorverkauf nicht sonderlich gut gelaufen sei, so seien die Kosten doch gedeckt. Allerdings war es das letzte Allgäu-Open-Air in Roßhaupten. Das Gelände der FZ-Getränke GmbH sei ein Betriebsgelände, kein Festivalgelände und den dreißig Mitarbeitern könne man diesen Arbeits-Mehraufwand nicht weiter zumuten, sagte Franz Zimmermann. jl

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