Firma Hubert Schmid bedankt sich bei ihren Mitarbeitern für deren Einsatz

Hebauf am Bahnhof

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Beim Hebauf feiern die Handwerker die Fertigstellung des Rohbaus.

Füssen – Drei Mal hochleben lassen hat am Freitag die Firma Hubert Schmid seine Handwerker in Füssen. Hier feierte das Bauunternehmen aus Marktoberdorf den Hebauf des neuen Bahnhofs.

Dabei habe man „bewusst auf die Politik verzichtet“, so Geschäftsführer Florian Schmid. Schließlich wolle sich die Firma vor allem bei seinen Handwerkern bedanken, die in „kürzester Zeit“ den Rohbau hingestellt hätten, so Schmid. Nach dem Abriss des alten Prinzregentenbahnhofs an Ostern 2015 habe es rund zehn Monate gedauert, bis der Rohbau des neuen Bahnhofgebäudes stand. Das seien „nur“ zehn Monate, gewesen, betonte Schmid, „gemessen an der Kubatur“.

In seinem Richtspruch ließ der Geschäftsführer die Geschichte des Füssener Bahnhofs Revue passieren. 1888 erlaubte Prinzregent Luitpold von Bayern den Bau eines Füssener Bahnhofs, den Xaver Schmid mit Schalter, Warteraum, Spedition und Zollhalle errichtete. Nach einer „ersten Verschönerungskur“ 1929 folgte 64 Jahre später die Dachsanierung. Doch weil der Deutschen Bahn weitere Arbeiten zu teuer waren, verkaufte sie das Gebäude.

2006 beschloss der Füssener Stadtrat den Abriss des Bahnhofs. Doch getan hat sich nichts, der „schleichende Verfall“ begann, so Geschäftsführer Schmid. Schließlich kaufte die Firma Hubert Schmid Weihnachten 2010 das Gebäude. Schließlich war es dem Chef „schon immer ein Traum, ein Bahnhof unterm Weihnachtsbaum“, so Schmid in seinem Richtspruch.

Was dann folgte war eine „zähe Geschichte“, meinte der Geschäftsführer: Die Baupläne der Firma kamen im Stadtrat nicht gut an. Das Unternehmen konnte „nichts richtig machen.“ Erst in einem Arbeitskreis mit den Stadträten habe man einen Kompromiss gefunden (der Kreisbote berichtete mehrfach). In den Monaten danach verliefen die Bauarbeiten „nahezu reibungslos“, so Schmid. Neben dem guten Wetter sei das vor allem der Leistung der Handwerker zu verdanken, die „auch über dem Winter eifrig am Werk waren“, und an vielen Samstagen gearbeitet hätten.

12 Mieter ziehen ein

 In dieser Woche werden sie noch die letzten Züge am Dach vollenden, bevor die Fenster rein kommen, erklärte Bauleiter Christian Lauter. Anfang Mai beginne die Firma dann mit dem zweiten Bauabschnitt, dem einstöckigen Anbau mit Keller und Flachdach an der Westseite. „Wir sind im Zeitplan“, so Lauter.

Noch Räume

 frei Im Herbst 2016 sollen schließlich die ersten Mieter einziehen. Ihnen steht am Bahnhof eine Nutzfläche von 4000 Quadratmetern zur Verfügung. Im Erdgeschoss soll ein sogenannter Convenience Shop rein, in dem Reisende neben Snacks, Getränken und Süßigkeiten auch Zeitschriften kaufen können. Hier bringt die Deutsche Bahn zudem ihren Fahrkartenschalter unter, teilte das Marktoberdorfer Bauunternehmen am vergangenen Freitagnachmittag anlässlich der Feier mit. Daneben zieht die Bäckerei Sinz mit ihrem Tagescafé ein.

Eine Fläche über zwei Stockwerke wird eine Apotheke beziehen und ein Hörgeräteanbieter steht auch schon als Mieter fest. Während im zweiten Obergeschoss eine Kanzlei und ein Arzt einziehen werden, stehen die Mieter für das erste Obergeschoss noch nicht fest. Hier sei man noch in Verhandlungen. Auch im westlichen Anbau des Gebäudes stehen die Mieter noch nicht fest. Es gebe zwar Anfragen, aber in trockenen Tüchern sei noch nichts, erklärte das Unternehmen.

Katharina Knoll

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