Hinter verschlossenen Türen

Schwangau – In Horn soll ein bestehendes Hotel erweitert werden, in Hohenschwangau sucht man eine Lösung für die parkenden Schlossbesucher. Beide Projekte erregen die Gemüter, beide Male werden die Karten nicht aufgedeckt, wird im verborgenen geplant und den Bürgern eine Mitsprache verweigert.

Mal vier, dann wieder nur zwei oder auch drei Gebäude sollen neben dem bestehenden Hotel Rübezahl entstehen, „mit einem Schuhlöffel auf den Parkplatz gequetscht“, wie ein Bürger meinte. Dass es ein Model des Bauvorhabens gibt, soll in der Zeitung gestanden haben, gewusst hat es bei der Bürgerversammlung außer dem Bürgermeister scheinbar keiner. Auch hat sich der Gemeinderat gegen die Aufstellung eines Phantomgerüstes (auch nicht in den Originalabmessungen) ausgesprochen, allerdings ohne Begründung. Dabei sei man erschrocken, so ein Bürger, als man an benachbarter Stelle die Ausmaße des Bauvorhabens auf dem Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Orthuber gesehen habe. Da war allerdings der Bauantrag schon genehmigt. Dabei geht es vor allem beim Hotelneubau auch um den neuen Bebauungsplan, der, einmal genehmigt, Gesetz wird und, wenn die Ausmaße entsprechend festgelegt sind, dann ja auch zumeist von den Bauwerbern voll ausgenutzt werden. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob ein Foto des auf privater Basis errichteten Phantomgerüstes, die Ausmaße verzerrt darstelle, wie Bürgermeister Sontheimer meinte. Es zeigt immerhin, in welche Richtung das Vorhaben geht. Doch genauso erregte die Gemüter, dass hinter geschlossenen Türen über die Zukunft Schwangaus entschieden werden sollte. Beispiel Hofwiese in Hohenschwangau, deren Schicksal als Notparkplatz für die Schlösser eigentlich laut Konzept für den Ortsteil nicht mehr zur Diskussion stehen dürfte. Dass dann die festgesetzte Diskussion in der nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderats nicht stattfand, ließ Peter Nasemann nicht ruhiger werden. Und auch die Sorglosigkeit, mit der sich die Gemeinde engagiert, erschreckte. Nachbarn wollen mitreden So wurde das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei in Horn erworben, hier sollen Wohnhäuser entstehen. Allerdings ohne zu prüfen, wie es mit Altlasten aussieht. Ein engagierter Arzt machte den überraschten Bürgermeister auf das Problem aufmerksam, das man doch klären sollte, bevor die Bagger anrücken. Zumindest bei der Hotelerweiterung Rübezahl wollen die Nachbarn nun mitreden, spätestens in der nächsten Gemeinderatssitzung.

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

Kommentare