Schulden der Kurhausbetriebe steigen auf 14 Millionen Euro

Noch 20 Jahre abzahlen?

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Auf dem ehemaligen Kurhausareal in Füssen werden mittlerweile Wohnhäuser gebaut. Obwohl das Gelände nicht mehr im Besitz der Stadt ist, muss diese nach wie vor Schulden in Höhe von 14 Millionen Euro tragen.

Füssen – Am 1. September 2005 stellte das Füssener Kurhaus nach langem Siechtum seinen Betrieb endgültig ein. Obwohl schon seit 2014 überhaupt nicht mehr im Besitz des Areals, hat die Stadt zehn Jahre später noch immer mit den Altlasten von damals zu kämpfen.

Über 14 Millionen Euro Schulden lasten nach wie vor auf dem Kurhausbetrieb, einem Eigenbetrieb der Stadt Füssen. „Die Verbindlichkeiten der Kurhausbetriebe werden wir noch die nächsten 20 Jahre abbezahlen“, befürchtet Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die aus den horrenden Schulden resultierenden Belastungen für die Stadtkasse sind enorm: 125.100 Euro musste die Stadtkämmerei im Geschäftsjahr 2014 als Schuldendienstbeihilfe zuschießen, wie Kämmerer Tobias Rösler vergangene Woche im Werkausschuss mitteilte. 

Und auch die übrigen Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr, die Rösler den Stadträten vorstellte, geben kaum Anlass zu Optimismus. So musste der Kurhausbetrieb 2014 ein Defizit von rund 909.400 Euro verzeichnen – das sind 773.000 Euro mehr als zunächst eingeplant. Die Gesamtschulden des Eigenbetriebs belaufen sich damit auf über 14 Millionen Euro. 

Hohe Ausgaben 

Knapp zwei Millionen Euro mussten die Kurhausbetriebe im vergangenen Jahr als Aufwendungen leisten. Das entspricht fast 300.000 Euro an Mehrausgaben als zunächst einkalkuliert. „Grund hierfür sind ursächlich die Kursverluste aus der Finanzierung auf Schweizer-Franken-Basis in Höhe von 1,7 Millionen Euro“, erklärte Kämmerer Rösler. Überschaubarer ist dagegen die Einnahmenseite. 

Diese bestehen vor allem aus den 1,8 Millionen Euro aus dem Verkauf des südlichen Kurhausareals im vergangenen Jahr und dem Kurbeitragsanteil für das Haus Hopfensee in Höhe von 30.000 Euro. Dazu kommt die bereits erwähnte Schuldendienstbeihilfe aus der Stadtkasse. Doch auch das „Haus Hopfensee“ bot im vergangenen Jahr finanziell betrachtet wenig Positives. Für Instandhaltung und Reparaturen mussten mit 513.000 Euro über 400.000 mehr ausgegeben werden als veranschlagt. Darüber hinaus schlug der umstrittene Kredit in Schweizer Franken hier ebenfalls mit fast 400.000 Euro negativ zu Buche. 

Hohe Belastungen 

Für dieses und das kommende Jahr weisen die aktuellen Zahlen und der Wirtschaftsplan zwar ein deutlich niedrigeres Defizit aus (2016: - 93.000 Euro). Dennoch forderte SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth, dass sich Politik und Verwaltung grundsätzlich einmal Gedanken über das weitere Vorgehen bei den Kurhausbetrieben machen, da der permanente Schuldendienst den Kernhaushalt belaste. „Wir müssen uns Überlegungen machen“, mahnte sie, „denn wir haben zwar alles verkauft, aber immer noch ein dickes Minus!“ 

Ihrer Ansicht nach hätte das Füssener Kurhausareal bereits vor zehn Jahren verkauft werden müssen. Bürgermeister Iacob wies ebenfalls eindringlich auf die Notwendigkeit des Sparens hin. „Wir haben immer noch hohe Schulden und Nebenkriegsschauplätze“, sagte er. „Allein bei unseren Immobilien kriege ich Angst – das muss ich ganz ehrlich sagen!“ Zuversichtlich stimme ihn aber, dass das „Haus Hopfensee“ gut laufe. „Das ist auf einem Topstand“, sagte der Rathauschef. Und auch beim Kredit in Schweizer Franken bestehe Anlass zum Optimismus: Alle Prognosen würden auf einen Fall des Frankenkurses hindeuten.

Matthias Matz

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