Bürgermeister Paul Iacob will Kombiseilbahn vom Hohen Schloss nach Neuschwanstein bauen

Mit der Seilbahn nach Schwangau

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Zukunftsvision: So ähnlich wie in dieser Fotomontage stellt sich Bürgermeister Iacob die Umsetzung seines ambitionierten Verkehrsinfrastrukturprojektes vor.

Füssen/Schwangau – Die Idee ist nicht neu, bekommt aber durch die jüngsten Entwicklungen wieder Auftrieb: Wie aus Stadtratskreisen zu erfahren ist, planen die Stadt Füssen, die Gemeinde Schwangau und das bayerische Heimatministerium eine Kombiseilbahn vom Hohen Schloss bis Schloss Neuschwanstein.

Eine Seilbahn analog der einmal von König Ludwig II. angedachten Pfauenbahn soll künftig das Hohe Schloss in Füssen mit Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau verbinden. Darauf haben sich Bürgermeister und Stadtrat jetzt in einer nichtöffentlichen Sitzung geeinigt. 

Dass er im April oder Mai ein umfassendes Verkehrskonzept vorlegen wolle, hatte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bereits unlängst in den Haushaltsberatungen anklingen lassen. Allerdings hatte Iacob seinerzeit den Eindruck erweckt, es gehe ihm dabei lediglich um die Situation rund um den Busbahnhof und den innerstädtischen Autoverkehr im Bereich Luitpoldkreisel und Sebastianstraße. 

Doch was in der vergangenen Woche aus den Stadtrats-Fraktionen nach außen drang, geht weit darüber hinaus: Nichts weniger als eine Seilbahn vom Hohen Schloss über Schwangau bis hin zum Schloss Neuschwanstein will der Rathauschef durch die Seilbahn-Spezialisten der italienischen Leitner AG bauen lassen. 

Das habe Iacob in nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt und von einer „zukunftsweisenden Idee für den Tourismus“ gesprochen. Der Bürgermeister, so heißt es in Stadtratskreisen hinter vorgehaltener Hand, sehe in diesem Projekt ein „Fanal für das historische Bewusstsein der Bürger“, da es das Mittelalter durch ultramoderne Technik mit dem traditionellen bayerischen Monarchismus verbinde. 

Finanzierung steht 

Von derartigem Marketingsprech einmal ganz abgesehen, dürften beim Rathauschef aber vor allem eher pragmatischere Gründe ausschlaggebend gewesen sein. 

So mussten im Februar, wie berichtet, sämtliche Träume von einer Umgehungsstraße nach Schwangau beerdigt werden. Eine Seilbahn vom ältesten Schloss im Landkreis zum beliebtesten Schloss Deutschlands könnte da vor allem in der Hochsaison willkommene Abhilfe im üblichen innerstädtischen Verkehrschaos schaffen. Außerdem könnte mit Hilfe der Seilbahn die Sicherheit des Füssener Wasserschutzgebiets auf umstrittenem Schwangauer Grund permanent aus der Luft überwacht werden. 

Als Partner soll Iacob sich die Gemeinde Schwangau und das bayerische Heimatministerium unter Markus Söder ins Boot geholt haben. Was durchaus Sinn macht, denn Söder als Finanzminister ist auch Herr der Bayerischen Schlösserverwaltung und damit Herrscher über Schloss Neuschwanstein. 

Die Fraktionen im Stadtrat jedenfalls haben sich in einer Probeabstimmung bereits einhellig für dieses Projekt ausgesprochen. „Besonders die Italophilen und die Mitglieder der Toskana-Fraktion sind sich darin grün wie nie zuvor“, sagt einer, der dabei war, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. 

Dass sich die Ratsmitglieder mit ihrer Zustimmung so leicht tun, liegt wohl auch an der bereits gesicherten Finanzierung des Infrastrukturprojekts: Übrig gebliebene Gelder aus der früheren Zonenrandförderung, Währungsgewinne aus dem Schweizer Franken und Mittel aus dem EU-Leaderprogramm machen es möglich. 

Bürgermeister Iacob war wegen einer Dienstreise nach Japan für den Kreisboten für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Leitner AG wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, da dort niemand deutsch spricht.

mm

Update: Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Selbstverständlich plant Füssens Bürgermeister Paul Iacob keine Seilbahn von Füssen nach Schwangau! Dieser Artikel ist einzig und allein der Phantasie unserer Redaktion entsprungen, um Sie in den April zu schicken.

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