"Ich weiß mich sehr zu schätzen"

Prächtige Parodie: Wolfgang Krebs und seine „Drei Mann in einem Dings“. Foto: lex

Das, was es in der politischen Realität wohl selten oder nie gegeben hat, erlebten jüngst rund 250 Zuschauer im „Schlossbrauhaus Schwangau.“ Bei der Vorpremiere seines Programms „Drei Mann in einem Dings“ rückte der Kabarettist Wolfgang Krebs so in prächtiger Parodie nicht nur dem amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, sondern auch dessen Vorgänger Günther Beckstein und Edmund Stoiber ins Rampenlicht der Bühne. Während Krebs die Besucher dabei zu einer „informativen Wa(h)l- fangveranstaltung auf der MS Wolfratshausen“ begrüßte, machten auch CSU-Politiker wie der Schwangauer Bürgermeister Reinhold Sontheimer gute Miene zum bösen Spiel. Aber Vertreter anderer Parteien zog der Kabarettist ja auch noch durch den Kakao.

So bekam beispielsweise auch der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sein Fett weg, der die Zahl der Schläge beim Anzapfen auf der Wies´n „auf unter null reduziert“ habe. Laute Lacher waren Krebs aber auch mit seinem Alleinunterhalter Meggy Montana aus Nesselwang sicher, der sein Album „1000 Takte Tinnitus“ anpries, bevor er das Lied „Wenn die Bouzuki spielt am Montepulciano“ sang und behauptete: „Wir können auch ohne Spaß Alkohol haben.“ Das hätte sicher auch dem „lustigen Franken mit der kurzen Karriere“, Günther Beckstein, gut gefallen, wenn er an diesem Abend nicht als „Deckschrubber“ hätte arbeiten müssen, um Edmund Stoiber den Rücken freizuhalten für dessen Bericht über eine Reise nach Washington, „wo wir im Waisenhaus zu Besuch waren.“ Das kam gut an beim Publikum, das sich außerdem über den Auftritt der Lebensberaterin Waldemarie Wammerl prächtig amüsierte, die dann auch verriet, welche die „vier Lieblingstiere der Frauen“ seien. Als da wären: „Der Nerz im Schrank“, „Der Jaguar in der Garage“, „Der Stier im Bett“ und „Der Esel, der das alles bezahlt“. Ähnlich interessant fanden die Zuschauer zudem sicherlich Seehofers Vortrag mit dem Thema „Das Für und Wider eines Krippenplatzes am Beispiel von Jesus Christus“, dem der bayerische Ministerpräsident seinen Wahlspruch hinzufügte: „Entweder konsequent oder inkonsequent, aber nicht dieses dauernde Hin und Her.“ Schließlich braucht Bayern laut Stoiber/Krebs „wieder Spitzenpolitiker, deren Doktorarbeiten unangreifbar sind“. Um die politische Führung im Freistaat stehe es wohl dennoch nicht ganz schlecht. Immerhin, so ließ Krebs' Seehofer unter schallendem Gelächter der Besucher erklären: „Ich weiß mich wirklich zu schätzen.“

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