Minister Söder kündigt umfangreiche Arbeiten auf Neuschwanstein an

Torbau wird saniert

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Der Torbau von Schloss Neuschwansteins soll nun für 900.000 Euro saniert werden. Hier nächtigte König Ludwig II. des Öfteren.

Schwangau – Eine knappe Million Euro gibt der Freistatt Bayern in diesem und den nächsten Jahren für die Sanierung des Torbaus am Schloss Neuschwanstein aus. Nächstes Jahr sollen dann die umfangreichsten Sanierungsmaßnahmen im Schloss überhaupt beginnen.

Gerade erst wurden die Sanierungsmaßnahmen im Umfeld des Märchenschlosses König Ludwigs II. und der Marienbrücke abgeschlossen, da verkündete der bayerische Finanzminister Markus Söder gleich weitere Maßnahmen: Noch im Herbst sollen die Sanierungsmaßnahmen im Torbau des Schlosses beginnen.

Hier befindet sich unter anderem das Zimmer, in dem Ludwig II. während seiner Besuche auf der Baustelle gewohnt hat. Denn Ludwig erlebte bekanntlich die Fertigstellung des Schlosses nicht mehr. Wenn er den Fortgang der Arbeiten begutachten wollte, nächtigte der Monarch in einem Zimmer im Torbau. Dieses soll nun auch im Zuge der Arbeiten saniert werden.

Kenner beschreiben den Zustand des Torbaus als desolat, umso mehr habe sie sich gefreut, meinte die Ostallgäuer CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, als sie von den anstehenden Arbeiten gehört habe.

Räume werden klimatisiert

Aber auch im Schloss selbst sollen massive Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Zum ersten Mal, seitdem Schloss Neuschwanstein für die breite Öffentlichekeit zugänglich gemacht wurde, sollen die Prunkräume saniert werden. Unter anderem soll dazu, so Söder vergangene Woche bei der Eröffnung der Marienbrücke (der Kreisbote berichtete), eine Klimatisierung der Räume erfolgen.

Dies kommt einerseits den gut 1,5 Millionen Besuchern des Schlosses zu Gute. Andererseits soll es aber auch helfen, die wertvollen Möbel, Vorhänge und Bilder sowie Schmuckstücke besser zu schützen. Deshalb seien in der Vergangenheit bereits spezielle Schutzverglasung gegen die UV-Strahlung eingebaut worden.

Außerdem seien die originalen Vorhänge wieder im Schloss aufgehängt und ebenfalls geschützt worden. Die geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten sollen während des normalen Führungsbetriebes organisiert werden, ohne die Gäste allzu sehr zu stören, kündigte der Minister in diesem Zusammenhang an.

Chancen auf UNESCO-Status

Schloss Neuschwanstein ist mit seiner Berühmtheit – mittlerweile haben mehr als 65 Millionen Menschen das Schloss besucht – die „Cashcow“ der bayerischen Schlösserverwaltung. Die Einnahmen aus dem Ticket- und Souvenirverkauf kämen allen Schlössern Bayerns zugute.

Mittlerweile wurde auch bekannt, dass das Schloss wohl in gut sechs Jahren auf die begehrte Liste des UNESCO-Welterbes, zusammen mit den Königsschlössern Herren Chiemsee und Linderhof, kommen könnte. Dadurch ergibt sich ein ungeahnter Schutzstatus für die Bauwerke, aber auch die komplette Umgebung des weltberühmten Märchenschlosses.

Oliver Sommer

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