Am Rande der Belastbarkeit

In Anerkennung für seine Verdienste um die Jagd im Bezirk Reutte wurde Hubert Poberschnigg (Mitte) die goldene Ehrennadel der Außerferner Jägerschaft verliehen. Dazu gratulierten Bezirksjägermeister Arnold Klotz (links) und Landesjägermeister Anton Larcher. Foto: ed

Reutte – Insgesamt 1932 Trophäen wurden bei der Tirol weit größten Trophäenschau in Reutte zur Bewertung vorgelegt. Dies war ein Minus von 311 gegenüber 2013. Im Einzelnen waren es 660 Hirsch-, 766 Gams-, 506 Rehwild- und 17 Steinwildtrophäen. 

„Im vergangenen Jahr stand die Außerferner Jägerschaft wieder unter enormem Druck. Die Abschussvorgabe von 4379 Schalenwild war wieder am Rande der Belastbarkeit", so Bezirksjägermeister Arnold Klotz. Allein beim Rotwild war die Vorgabe 2859 Stück, wobei die Abschusserfüllung im Bezirk bei 82 Prozent lag,“ sagte Klotz. 

In seiner Ansprache führte er weiter aus, dass ihm die zunehmende Beunruhigung des Schalenwilds durch steigende Freizeitaktivitäten große Sorge bereitet. Er meine nicht die Bergwanderer, die sich zu normalen Tageszeiten auf markierten Steigen bewegen, sondern diejenigen, die bei jeder Tag- und Nachtzeit, im Sommer mit Motorrädern, Mountainbikes und Downhill-Rädern oder mit GPS-Geräten in allen entlegenen Winkeln in unserer Revieren unterwegs sind. „Auf allen Gipfeln und Jochen pilgern Scharen von Tourengehern und Schneeschuhwanderern – es gibt keinen Respekt mehr vor Wildeinständen oder sonstigen Tabuzonen und alles zunehmend zur Nachtzeit,“ klagte er und fügte hinzu „wir wollen ganz bestimmt niemanden aus den Bergen verdrängen oder gar aussperren. Aber wir müssen dafür sorgen, dass unser Wild in Tirol noch einigermaßen ungestört leben kann“. 

Dies unterstrich auch Landesjägermeister Anton Larcher, der dafür plädierte, Politik, Jägerschaft und Forst müssten sich an einen Tisch setzen um alle Probleme zu besprechen und auszuloten, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die Unruhe in den Revieren dürfe nicht bedeuten, dass „die tiefste Ruhe für das Wild in der Tiefkühltruhe ist“. Zwar ecke derjenige an, der verändern will. Aber wir dürfen uns nicht verstecken und müssen offensive Kommunikationsarbeit leisten“ betonte Larcher. 

Zuvor hatte Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf zur aktuellen TBC-Situation im Lechtal berichtet, dass die derzeitige Lage durch gezielte Bejagung zum größten Teil „gut unter Kontrolle“ sei. Jedoch sei permanente Beobachtung angesagt. „Wir sind zwar noch lange nicht am Ende unseres Weges. Aber wir haben, nachdem wir zunächst der Buhmann waren, nun durch unsere mit der Jägerschaft zusammen getroffenen Maßnahmen, eine gewisse Vorbildfunktion erreicht“ sagte Rumpf. ed

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