Pfrontener Gemeinderats-Urgesteine erhalten Ehrenring

Seit 35 beziehungsweise 41 Jahren im Gemeinderat: Die frisch gebackenen Träger des Pfrontener Ehrenrings Fritz Brunhuber (v.l.), Klaus Frick, Philipp Trenkle, Josef Zeislmeier und Dr. Otto Randel. Foto: Schuster

Pfronten –Vor 35 Jahren sind Bürgermeister Josef Zeislmeier (SPD), 2. Bürgermeister Philipp Trenkle (Pfrontner Liste), Dr. Otto Randel (Pfrontner Liste) und Fritz Brunhuber (CSU) in den Pfrontener Gemeinderat eingezogen. Zusammen mit Klaus Frick (SPD) erhielten sie jetzt den Ehrenring der Gemeinde.

Die Wahlprogramme aus dem Jahr 1978 der jeweiligen Parteien hatte Bürgermeister Zeislmeier mitgebracht und zeigte die Flugblätter „mit Schwarz-Weiß-Fotos, die jeder Polizeidienststelle zur Ehre gereichen würden“, so Zeislmeier scherzhaft, im Anschluss an die Feierlichkeit im Haus des Gastes herum. In seiner Ansprache hatte er zuvor den Mangel an jungen Leuten beklagt, die sich für das Amt des Gemeinderats zur Verfügung stellen. „Es bedarf dringend eines Wandels“, mahnte er an. Gleichsam lobte er die Mitglieder des aktuellen Gemeinderats. Ihr ehrenamtlicher Einsatz „macht sie zu Vorbildern“, so das Gemeindeoberhaupt. „Sie erfahren, wie gut das Gefühl ist, gebraucht zu werden“ fügte er an. Anschließend nahm er die Auszeichnung seiner verdienten Kollegen mit dem Ehrenring der Gemeinde Pfronten vor. Dabei begann er mit „dem einsamen Rekordhalter“ Klaus Frick, der nun schon 41 Jahre für die SPD im Gemeinderat sitzt. Dabei hob Zeislmeier die vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten Fricks hervor, als Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied bei MAHO, Schöffe bei Gericht, Vorsitzender der Sing- und Musikschule und seine Tätigkeiten bei der AWO und in den Pfrontener Sportvereinen. „Kein Freund von Fensterreden“, sei sein Parteikollege Frick. Bekannt vor allem dafür, dass er bei vielen Diskussionen gerne „noch einen Satz dazu“ ankündigte, aus dem dann doch meist längere Wortbeiträge wurden. Ursprünglich für die FDP, ab 1984 als Gründungsmitglied der Pfrontner Liste, gehört der heutige 2. Bürgermeister Philipp Trenkle dem Gremium an. „Kein Mann großer Worte“, sondern einer der Taten für sich sprechen lässt, charakterisierte Zeislmeier in seiner Laudatio seinen Stellvertreter. Als am Ratstisch der Abriss, sogar das Abbrennen des Heimathauses gefordert wurde, habe sich Trenkle erfolgreich für den Erhalt eingesetzt. „Traditionsbewusst und zugleich fortschrittlich, kritisch und den Konsens suchend“, seien Eigenschaften, die Trenkle auszeichneten. Dass aus dem Willen zum Engagement auch eine richtig lange Liste an Ehrenämtern wachsen kann, dafür sei Fritz Brunhuber Beispiel, so Zeislmeier. Er hob neben dem Engagement des CSU-Rats bei den Pfrontener Sportvereinen seine Vorstandstätigkeit bei der Kfz-Innung Schwaben und die Gründung der Reservisten- und Veteranenkameradschaft hervor. Auch beim Lions-Club, als Mitglied des Kreisrats und des Kulturclubs Silberfuchs habe sich Brunhuber unter anderem hervorgetan. „Als selbständiger Kfz-Meister mit sechs Angestellten wissen Sie, wie wichtig Werte sind“, lobte er.  

Gemeinsame Sturm-und-Drang-Zeit

„Frage nicht was Kreuzegg für dich tun kann, frage was Du für Kreuzegg tun kannst“, mit diesem scherzhaft abgewandelten Zitat von John F. Kennedy charakterisierte Zeislmeier Dr. Otto Randel. Er erinnere sich an die gemeinsame Sturm- und Drang-Zeit, als er JUSO-Chef und Randel Vorsitzender der Jungen Union in Pfronten war. Er bezeichnete den Grundschulrektor und Hochschuldozenten Randel, der seit Mitte der Neunziger für die Pfrontner Liste aktiv ist, als Vorbild. Die Laudatio auf Josef Zeislmeier, der am morgigen Donnerstag offiziell aus dem Amt scheiden wird, hielt sein Stellvertreter Phlipp Trenkle und nutzte die Gelegenheit für eine Rückschau über die vergangenen 35 Jahre. „Das Besinnen auf unsere örtlichen Werte war uns wichtig“, das große Engagement des 1978 erstmals gewählten Gemeinderatsquartetts „charakteristisch für die Zeit“, gab er an. Als Bürgermeister habe er dauernde Präsenz zeigen und alle Strömungen aufnehmen müssen. Jeder Kanal sei ein kleines Drama gewesen, die Umfahrung Kappel „ein ganz großes Verdienst von Dir“, so Trenkle gegenüber Zeislmeier. Ein bisschen Überzeugung habe es höchsten gebraucht, wenn der Bürgermeister „das Recht immer Recht zu haben“, für sich in Anspruch nehmen wollte. Dank bekamen auch die Gattinnen der Geehrten, die oft auf ihre Ehemänner verzichten mussten. Schüler und Lehrer der Musikschule umrahmten den Abend musikalisch.ps

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