Museum im Grünen Haus eröffnet Sonderausstellung zum Kriegseintritt Italiens 1915

Auf den Spuren zweier Soldaten

+
In Vitrinen werden einige Ausrüstungsgegenstände zur Schau gestellt.

Reutte – In Tirol kommt dem Jahr 2015 eine besondere Bedeutung zu, da sich heuer der Kriegseintritt Italiens zum 100. Mal jährt.

Dieses Ereignis führte dazu, dass Tirol, das bis zum 23. Mai 1915 vom Kriegsgeschehen verschont geblieben war, nun selbst zum Kriegsschauplatz wurde. Bis zum Ende des I. Weltkriegs wurde verbissen um jeden Berg gekämpft. Dabei forderte die Witterung fast genauso viele Opfer wie die Kämpfe selbst. Dazu hat das Museum „Grünes Haus” jetzt eine Sonderausstellung auf die Beine gestellt. 

Mit „Für Kaiser und Vaterland“ macht das Museum in Reutte die Kettenreaktion von politischen Entscheidungen in Ton und Bild deutlich, die dazu führten, dass die europäischen Staaten wegen verschiedener Bündnissysteme gegeneinander kämpften. Über 100 Exponate, viele davon sind Leihgaben aus der Bevölkerung, hat das Museumsteam unter Leitung von Ulrich Kößler zusammengetragen und anschaulich über drei Stockwerke verteilt. 

Die Ausstellung folgt den Spuren von zwei Außerfernern, die am Kriegsgeschehen beteiligt waren. Anhand ihrer Tagebuchaufzeichnungen wird der Versuch unternommen, den Ereignissen ein Gesicht zu geben. Tausende Tiroler folgten dem Aufruf von Kaiser Franz Joseph I. und kämpften in Serbien und Galizien, in Südtirol und Russland sowie in Italien. Neue Waffen und überholte Taktiken, schlechte Vorbereitung und Ausrüstung sowie blinder Gehorsam führte zu einem Blutbad, das sich zuvor niemand vorstellen konnte. 

Mobilmachung in Europa 

Der Auslöser war die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie am 28. Juni in Sarajevo. Darauf folgte, wegen der Weigerung Serbiens, Österreich die Umstände des Attentats untersuchen zu lassen, die Kriegserklärung am 28. Juli 1914. Die Folge waren Mobilmachungen in ganz Europa nach dem Motto „Jeder gegen Jeden”. Ursache hierfür waren verschiedene Bündnisse wie „Entente“ und „Dreibund“. 

Ausstellung in Ehrenberg 

Die Sonderausstellung ist bis Samstag, 31. Oktober, zu sehen. Interessierte können sich die Exponate dienstags bis samstags von 13 Uhr bis 17 Uhr sowie jeden ersten Donnerstag im Monat von 13 Uhr bis 19 Uhr anschauen. Sonderöffnungen und Führungen sind nach telefonischer Vereinbarung unter 0043/(0)5672/72 304 oder per E-Mail an info@museum-reutte.at möglich. 

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www. museum-reutte.at. Weiter Ausstellungen zu diesem Thema gibt es auch in der Burgenwelt Ehrenberg sowie im Zunftmuseum Bichlbach.

ed

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

Die "Talschlampe" und der "Cousin"

Füssen – Ob Schweizer Militärfahrrad, XL-Mountainbike oder Bergabrad: Bei ihrer eintägigen Schau haben Hannes Zacherl und Albert Müller, Betreiber …
Die "Talschlampe" und der "Cousin"

"Es geht uns ums Prinzip"

Füssen/Landkreis – Der Tierschutzverein Füssen und Umgebung kommt nicht zur Ruhe.
"Es geht uns ums Prinzip"

Kommentare