Jahrzehnte lang Ideengeber

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte der Stadtrat beschlossen, Alfred Köpf, dem kommunalpolitischen Urgestein, für seine Leistungen auf vielen Feldern der kommunalen Selbstverwaltung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Füssen zu verleihen. In der festlichen Stadtratssitzung vergangene Woche im Sparkassensaal nahm er aus den Händen von Bürgermeister Paul Iacob die Ehrenurkunde für diese höchste Auszeichnung, die seine Heimatstadt zu vergeben hat,entgegen.

Wie kaum ein anderer vor ihm hat Köpf das heutige Füssen mitgeprägt. Lang ist die Liste der Errungenschaften, die Köpfs Handschrift tragen und ihn als Vordenker und Motor ausweisen. In den 42 Jahren seines politischen Wirkens als CSU-Stadtrat hat er mit Hartnäckigkeit, manchmal auch Ellenbogen, vor allem aber mit teils visionärem Ideenreichtum viel für die Stadt erreicht. So ist es Köpfs Zielstrebigkeit zu verdanken, dass sich Füssen seit 1974 mit einer Fußgängerzone schmückt und die Gründung des Abwasserzweckverbandes zustande kam. Auch den Erhalt und Neubau der Berufsschule und des Gymnasiums oder die Nordumgehung tragen seine Handschrift. Mit Zähigkeit und Hingabe gab er der Verkehrsplanung der Bundesrepublik die Richtung vor. Köpf präsentierte 1967 in Bonn die Idee eines neuen Grenzübergangs mit Anschluss an das internationale Verkehrsnetz. Der Grenztunnel bei Füssen und die Vollendung der A7 sind untrennbar mit seinem Namen verknüpft. Der heute 81-Jährige war nie ein Mann der großen Öffentlichkeit, als Mensch ist er stets bodenständig geblieben. Die Liebe zu seiner Heimat war die Triebfeder seines Engagements. Die Rührung über die Ehre, ein „ausgezeichneter“ Bürger Füssens zu sein, war Köpf deutlich anzusehen. „Köpfs Ideenreichtum“, so Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in seiner Laudatio, „war für seine Stadt, für unsere Stadt, gut und wichtig“. „Mir ging es nie um Eigeninteressen, sondern immer nur um die Allgemeinheit“, so Köpfs Credo. Auch von Widerständen, Anfeindungen und selbst Drohungen, die ihn aber nicht von seinem Weg abbringen konnten, wusste Köpf zu berichten. In aller Bescheidenheit kommentierte er die ihm verliehene Ehrung: „Das ist ein schöner Tag“. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Abwesenheit etlicher Stadträte seiner Partei – die Einladungen waren in die Stadtratsfächer gelegt und nicht verschickt worden. Das soll sich künftig ändern.

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