Kulturschaffende bedauern Aus für Kunsthallen

"Ein Rückschlag"

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Die Künstlerin Eva Andersson – hier bei einer Ausstellung in den Kunsthallen – bedauert deren Schließung.

Füssen – Nach dem Aus für die Kunsthallen am Lech ist das Bedauern in der Künstler- und Kulturszene groß. „Das ist ein ganz schmerzvoller und schlimmer Verlust“, sagt die Pfrontener Künstlerin Eva Andersson. Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bedauert das Ende des Kulturforums.

Wirklich überraschend kam die Nachricht zu Beginn dieser Woche sicherlich nicht: Statt wie ursprünglich vorgesehen am Ende des Jahres schließen die Kunsthallen am Lech nun bereits Ende September. Zu ungünstig waren die Rahmenbedingungen für den Verein geworden (der Kreisbote berichtete). 

Die heimische Kunst- und Kulturszene reagiert mit Bedauern und Ärger auf die Entscheidung. „Das ist wahrlich ein Verlust für Schulen, Vereine und Privatpersonen“, sagte die Pfrontener Künstlerin und Kunstlehrerin Eva Andersson, die dort mit ihren Leistungskursen 2009 und 2011 Ausstellungen organisiert hatte. „Dort war auf eine sehr freie Weise ganz viel freies Tun möglich“, erinnert sie sich. 

„Das ist schade“, betonte auch die Lechbrucker Künstlerin Julia Hiemer im Gespräch mit dem Kreisboten. Sie war selbst in der Vergangenheit sehr stark im Magnuspark aktiv, ehe sie sich zuletzt aus familiären Gründen etwas zurückgezogen hatte. „Da haben wahnsinnig gute Sachen stattgefunden“, erinnert sie sich. „Das ist ein feiner Veranstaltungsort!“ Das Ende sei „auf jeden Fall ein Rückschlag“ für die heimische Kunstszene. 

„Überrascht“, wie schnell jetzt das Aus für die Kunsthallen kam, zeigte sich Füssens Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller, wie er dem Kreisboten erklärte. Es sei „natürlich gut“, wenn es solch eine alternative Kunstszene in einer Stadt gebe. Aber: Eigentümer und Nachbarn müssten dabei berücksichtigt und ihnen gegenüber „verantwortlich gehandelt“ werden, meinte er. Die Szene hätte „schauen sollen, dass sie da klar kommt“, so Riedmiller. 

"Grundsätzlich wichtig" 

Doch wie soll es nun weitergehen mit den Kunstschaffenden in der Lechstadt? Das soll nach der endgültigen Schließung in Ruhe besprochen werden, kündigte Bürgermeister Paul Iacob am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung an. „Wie und wo können wir so eine Einrichtung wie die Kunsthallen installieren?“, sei dabei die entscheidende Frage. Denn eine Einrichtung wie die Kunsthallen halte er „für grundsätzlich wichtig“, betonte Iacob. 

Dafür brauche es aber auch Ansprechpartner und möglicherweise Sponsoren. „Dann sehe ich die Chance, dass die Stadt begleitend dabei ist“, sagte er. Für Kulturschaffende wie Eva Andersson trägt die Stadt allerdings auch eine Mitschuld an der jetzigen Entwicklung. „Es hätte schon Jahre vor der Privatisierung ein Konzept von der Stadt entwickelt werden müssen“, kritisiert sie. Auch Julia Hiemer beklagt fehlende Rückendeckung durch die Stadt. 

Dagegen wehrt sich Bürgermeister Iacob: „Die Veranstaltungen waren von einer Größenordnung, die nicht genehmigt waren“, erklärte er. Die Folge: Ärger mit Vermieter und Anwohnern wegen Lärmbelästigung. Er selbst sei einmal nachts um ein Uhr von einem erbosten Anwohner angerufen worden, erinnert er sich.

Matthias Matz/Katharina Knoll

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