Kirche „Zu den Acht Seligkeiten” feiert 50-jähriges Bestehen

Volles Haus zum Jubiläum

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Mit einem Festgottesdienst feiern die Gläubigen das 50-jährige Bestehen ihrer Kirche.

Füssen – 600 Besucher hatte die Pfarrkirche „Zu den Acht Seligkeiten“ schon lange nicht mehr. Am vergangenen Wochenende war es aber wieder einmal soweit: Eine Christenschar aus Nah und Fern zog es nach Füssen-West, um gemeinsam das 50-jährige Bestehen der Kirche zu feiern. 

Ursprüngliches Ziel des am 26. März 1966 von Bischof Josef Stimpfle geweihten Gotteshauses war es, eine wachsende Gemeinde in diesem Stadtteil „an den Tisch des Herrn“ zu führen, wie es in der Predigt des ehemaligen Pfarrers Herbert Schuler hieß. Er genießt heute seinen Ruhestand in seiner Heimat bei Tannhausen und wurde von den „Westlern“ und anderen zahlreiche Ehrengästen der Feier herzlich begrüßt.

Stadtpfarrer Frank Deuring übernahm diese Aufgabe. Deuring war sichtlich erfreut, vollbesetzte Reihen zu sehen. Als er den Namen „Schwester Felicia“ nannte, brandete spontaner Beifall in der Kirche auf. Nicht nur den älteren Gemeindemitgliedern ist die erste Leiterin des katholischen Kindergartens ans Herz gewachsen.

Wie sich nach der von Albert Frey dirigierten „Missa in Blue“ – ein zeitgenössisches kirchenmusikalisches Werk des anwesenden Komponisten Peter Wittrich aus Freising – beim geselligen Treffen im „Haus der Gebirgsjäger“ zeigte, schüttelten auch jüngere Leute der Ordensschwester gern die Hände. Sie ist Jahrgang 1933 und lebte heute im Kreis der Niederbronner Schwestern in Bamberg. Schwester Felicia war nach Füssen gekommen, um beim Jubiläum dabei zu sein und sich an die damalige Aufbruchstimmung unter den Gläubigen zu erinnern.

Prominente Gäste

 Aus der Bischofstadt Augsburg reiste einmal mehr der gebürtige Füssener und langjährige Stadtpfarrer Karlheinz Knebel an. Er war ebenfalls ein gefragter Ansprechpartner. Ebenfalls mit reichlich Sonderaplaus bedacht wurde Max Schneider aus Füssen, Vorgänger von Kirchenpflegerin Victoria Läubin.

Lange Geschichte

 Pfarrer Deuring bezeichnet den Kirchenbau in Füssen-West, wo mittlerweile 3000 Christen leben, als einen „Meilenstein“. Denn damit hatten die „Westler“ ab Mitte der 1960er Jahre endlich eine eigene Kirche mit Pfarrer in der Nähe der Allgäu Kaserne.

Die Pfarrer waren seinerzeit auch als Militärseelsorger tätig – wie zum Beispiel Pater Rupert Schillinger, der mit seinen Ordensbrüdern in Füssen lebt. Erkrankt war es ihm aber nicht möglich, für die Feierlichkeiten das Franziskanerkloster kurzzeitig zu verlassen.

 Die Tatsache, dass die Pfarrkirche in Füssen-West auch Garnisonskirche war, führte dazu, dass das Gotteshaus mit einer großen Anzahl an Sitzplätzen ausgestattet wurde, von denen viele in der heutigen Zeit leer bleiben. Im Rückblick unterstreicht Deuring: Der damals allgemein übliche sonntägliche Kirchengang „hat den großen Kirchenbau gerechtfertigt“.

 Doch die Zeiten und damit auch das Verhalten der Gläubigen haben sich verändert. Verändern wird sich womöglich auch die Kirche selbst. Wie berichtet, wird darüber nachgedacht, das Gebäude abzureißen. „Die Notwendigkeit für den Neubau unseres Kindergartens und Pfarrheims“, so Deuring, „stellt uns vor neue Herausforderungen. Die Pfarrversammlung hat gezeigt: Wir blicken alle mit Mut und Zuversicht in die Zukunft.“

Wie eingangs der Jubiläumsfeier betont, sei die Gemeinde noch mit den Planungen beschäftigt. Der Abriss der Pfarrkirche nach 50 Jahren zugunsten eines Gottesdienstortes mit Kindergarten und Pfarrheim sei „eine von vielen Möglichkeiten, um mit Visionen die Zukunft unserer Gemeinde und damit den Glauben in Füssen zu sichern“.

Mit der Jubiläumsfeier gelang ein erster Höhepunkt im diesjährigen Programm. Das neue Programm steht unter dem Leitsatz „Echt! Glauben! Leben!“

Chris Friedrich

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