Kabarett: "Highspeed-Hitlering" für den Notfall

Der Kabarettist und Schauspieler Nepo Fitz stellt im Schlossbräustüberl in Hohenschwan-gau sein breites künstlerisches Talent unter Beweis. Foto: Berndt

Schwangau – Einen überaus beeindruckenden Höhepunkt hat der Kabarettist, Musiker und Schauspieler Nepo Fitz jetzt der neuen „Blauen Bühne” in Hohenschwangau beschert. Der 33-Jährige hat ein wahres Feuerwerk an Gags sowie musikalisch und gesanglich brillanten Stücken abgebrannt.

Der Sohn der Kabarettistin Lisa Fitz und des Musikers Ali Khan erhielt dann auch von den etwa 150 Zuschauern tosenden Applaus. Doch neben den Stücken, die teilweise den Atem raubten und die Lachmuskeln stark beanspruchten, präsentierte der Neffe des Schauspielers Michael Fitz auch noch sehr bemerkenswerte Tanzeinlagen. So stand ein Zuschauer nach der zweistündigen Show vermutlich nicht allein mit seiner Meinung: „Der ist ein absolutes Allround-Talent.“ Und das darüber hinaus auf einem Niveau, dass man den Organisatoren der „Blauen Bühne“ um den Marketingleiter des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Thomas Günther, ein großes Lob dafür zollen muss, den genial geistreichen Niederbayern für diesen Abend an den Alpsee gelockt zu haben. Dürfte das doch immerhin einiges gekostet haben. 

Mit seinem Programm mit dem Titel „Brunftzeit“ gelang es Fitz bereits nach wenigen Minuten die Zuschauer in dem ausverkauften Saal vor Begeisterung zum Jubeln zu bringen. Dabei hatte er es thematisch von Anfang an nicht nur aufs konservativ-bürgerliches Spießertum abgesehen, dessen Vertreter immer wieder satirisch virtuos ihr Fett abbekamen. Fitz nahm sprachlich variantenreich auch das wohl ewig junge Thema der Beziehungen zwischen Mann und Frau aufs Korn. So feuerte er im rasanten Tempo eine Pointe nach der anderen gegen die Lebenspläne bayerischer Wohlstandbürger ab, die er mit den Stichwörtern „Ausbildung, Heirat, Kinderkriegen und Hausbau“ charakterisierte. 

Auch hatte er für den Fall, man würde sich manchmal „überdemokratisiert“ fühlen, ein sogenanntes „Highspeed- Hitlering“ parat. Während der Kabarettist die Stimmung mit rockigen Pianoklängen („Route 66“) und groovigem Sound à la James Browns „Sex machine“ schon bestens angeheizt hatte und zum Song „Eigentum“ rhythmisch rappte, trat er allen österreichischen Staatsangehörigen besonders stark auf den Schlips. Dabei beschrieb er den österreichischen Traum mit den Worten: „Ein Auto kaufen, ein Haus bauen und im Keller eine Familie züchten.“ 

Allgemeine Weisheiten

Hinsichtlich des Geschlechterthemas gab er dagegen eher allgemeine Lebensweisheiten zum Besten. Dementsprechend konstatierte er beispielsweise: „Alle Frauen warten auf den Mann ihres Lebens, in der Zwischenzeit heiraten sie.“ Bevor er mit Robbie Williams „Let me entertain you“ eine mitreißende Zugabe servierte, bei der sich zahlreiche Besucher von ihren Sitzplätzen erhoben, schätze Fitz die Gedanken von Frauen folgendermaßen ein: „Man soll die Männer nehmen, wie sie sind, aber doch nicht so lassen.“ lex

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