Investorengruppe einigt sich mit Insolvenzverwalter

Rettung für das Festspielhaus

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Das Festspielhaus am Westufer des Forggensees hat seit Donnerstagabend neue Besitzer. Der Betrieb soll demnächst wieder aufgenommen werden.

Füssen - Das Festspielhaus Füssen ist gerettet. Die Ludwigs Grundbesitz GmbH & Co. KG mit ihren beiden Hauptgesellschaftern Jan D. Leuze und Manfred Rietzler hat am Donnerstagabend das Gebäude samt Grundstück gekauft. Ein Outletcenter am Forggensee ist aber vom Tisch. Pläne für ein Hotel gibt es derzeit ebenfalls nicht, so Leuze am Freitag auf Anfrage des Kreisbote.

Nach einer notwendigen Renovierungsphase soll stattdessen der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden und parallel dazu wollen die Investoren in Kürze ihr maßgeschneidertes Konzept für eine optimale und wirtschaftliche Nutzung der Spielstätte am Forggensee öffentlich vorstellen. Damit sei im März zu rechnen.

Kultur, Kunst und Entertainment sollen demnach zukünftig vor Ort als ein Erlebnis für die ganze Familie etabliert werden. 

Noch gut erinnert sich Jan D. Leuze an diesen Augenblick als er erstmalig vor dem Festspielhaus am Forggensee stand. Seitdem hat ihn der Theaterbau am Ufer des Forggensees direkt gegenüber von Schloss Neuschwanstein nicht mehr losgelassen. 

Kauf am Donnerstagabend

Gemeinsam mit Manfred Rietzler aus Marktoberdorf und dem Rechtsanwalt Henrik Peter Mayer aus Konstanz erwarb der Unternehmer am Donnerstagabend von Insolvenzverwalter Dr. Marco Liebler aus München das Objekt. Die Unternehmung ist die Ludwigs Grundbesitz GmbH & Co. KG, deren Geschäftsführer Jan D. Leuze heißt und dessen Vorsitzender des Aufsichtsrates Dr. Hans Ketterl aus Füssen ist. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. 

Kein Outletcenter

Die Verbindung der neuen Hauptgesellschafter Jan D. Leuze (55) und Manfred Rietzler (55) besteht nach eigenen Angaben seit vielen Jahren, Leuzes Schwiegervater war demzufolge einige Jahre im Management von Rietzlers Smartrac Gruppe tätig. 

Von seiner ursprünglichen Sanierungsidee, nämlich das Festspielhaus Füssen in ein modernes Outletcenter zu verwandeln, hat Jan D. Leuze nach heftiger Kritik von politischer Seite und auch aus der Allgäuer Bevölkerung sehr schnell Abstand genommen, seinen Bildungsauftrag verstanden und ist dabei, diesen in die Tat umzusetzen. 

Auch ein Hotel - von vielen als Voraussetzung für ein wirtschaftlich nachhaltigen Betrieb des Hauses gesehen - sei derzeit nicht geplant, erklärte der neue Eigentümer am Freitag gegenüber unserer Zeitung.

"Ein Herzensanliegen"

Dank der regionalen Expertise seines Geschäftspartners Rietzler lies er sich stattdessen davon überzeugen, dass das kulturelle Erlebnis mit all seinen Facetten oberste Priorität haben muss. „Als gebürtiger Allgäuer und Co-Investor ist es mir ein Herzensanliegen, meinen Beitrag leisten zu können, das Kronjuwel Festspielhaus Füssen zu erhalten und meiner Heimat damit weiterhin ein entsprechendes Kulturangebot zu ermöglichen“, freut sich Manfred Rietzler. 

„Nachdem ich den Prozess lange und intensiv begleitet habe, bin ich sehr froh und erleichtert, dass für das märchenhafte Festspielhaus nun eine so gute Lösung gefunden wurde – das würde unserem Kini gefallen! Diese Nachricht ist eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für das Ostallgäu", kommentierte Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) den Verkauf. "Ich gehe davon aus, dass das Festspielhaus in seiner Einzigartigkeit mit neuem Konzept eine glänzende Zukunft mit Strahlkraft weit über die Region hinaus hat“, so Zinnecker weiter.

Haus muss saniert werden

Nach einer Renovierung des zum Teil maroden Hauses soll der Spielbetrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden. Alle bisher festangestellten Mitarbeiter sollen weiterbeschäftigt werden. Derzeit werde ein Bespielungskonzept „Kultur, Kunst und Entertainment als ein Erlebnis für die ganze Familie“ erarbeitet. 

„Es ist für die Stadt Füssen und unsere Region Südbayerns äußerst wichtig, dass das Haus weiter im kulturellen Bereich bespielt wird und wir unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und unseren Gästen ein entsprechendes Kulturangebot anbieten können. Ich bin froh, dass das Festspielhaus Füssen jetzt nicht in ein Outlet-Center verwandelt wird“, freut sich der Bürgermeister des Stadt Füssen, Paul Iacob (SPD).

kb/mm

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