Bauausschuss segnet Bettenhaus ab 

Klare Regeln anstatt Notlösung

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Die Ausfahrten des Bettenhauses (links) und der Tiefgarage des Hotels Schlosskrone (rechts) befinden sich auf gleicher Höhe. Doch nur die Gäste des Hotels Schlosskrone dürfen weiterhin die Schießhausgasse mit ihrem Auto befahren.

Füssen – In die zweite Runde ging nun der Bauantrag für ein Bettenhaus in der Augustenstraße: Die Erweiterung um ein Zimmer und acht Betten hatte der Bauausschuss in seiner vergangenen Sitzung kritisiert und zurückgestellt (der Kreisbote berichtete).

Denn ein nötiger Stellplatz fehlte. Deshalb will Bauwerber Norbert Erkan nun das Zimmer für Wellnessanwendungen nutzen. Gut so, befanden die Räte. Doch mit der Ausfahrt über die Schießhausgasse hatten sie nach wie vor ihre Probleme. 

Gegen den Bauantrag spricht nun nichts mehr, wie Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer erklärte. Denn durch das neu genutzte Zimmer muss der Bauwerber einen Stellplatz weniger nachweisen. 

Zwar handelt es sich hier um eine „räumlich beengte Situation, aber die Mindestanforderungen sind noch erfüllt“, so Angeringer. Zumal durch eine Grunddienstbarkeit nun sichergestellt wurde, dass auch die Stellplätze beim benachbarten Haus Gabriel genutzt werden können. Probleme gebe es aber immer noch mit der Zu- und Abfahrt. 

Denn der Anlieferungsplatz für das Hotel „Schlosskrone“ liegt neben der Zufahrt des Bettenhauses. Der ist zwischen elf bis zwölf Meter lang, schätzt Angeringer. Doch Reisebusse können deutlich länger sein. „Es ist tatsächlich nachvollziehbar, dass die Ausfahrt nicht mehr möglich ist“, so der Bauamtsleiter. Deshalb habe Erkan beantragt, über die Schießhausgasse sein Grundstück verlassen zu dürfen. Doch die Gasse ist als Fuß- und Radweg gewidmet. 

Nur die Gäste des Hotels „Schlosskrone“ dürfen den Weg nutzen, um zur Tiefgarage des Hotels zu gelangen – eine „juristisch schwierige Situation“, wie Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) befand. Denn „die Ausfahrten sind auf gleicher Höhe“. Wenn man dem einen die Zufahrt erlaube und dem anderen nicht, dann „machen wir unsere Entscheidungen anfechtbar“. „Ich sehe das anders“, meinte Jürgen Doser (FW). Die Gäste der „Schlosskrone kommen nicht anders“ in die Tiefgarage rein. Beim Bettenhaus habe man jedoch die Möglichkeit „einen ganz anderen Zugang zu schaffen. 

Die Augustenstraße ist der bessere Weg“, meinte er. 

Konflikt vermeiden 

Einen Kompromissvorschlag hatte sich deshalb die Stadtverwaltung überlegt: Nur im Notfall, falls die Zufahrt zur Augustenstraße verstopft ist, sollte die Abfahrt für Erkans Gäste über die Schießhausgasse erlaubt sein. „Was anderes kommt für uns nicht in Frage“, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Zwar meinte Lothar Schaffrath (SPD): „Die Notausfahrt Schießhausgasse sollte möglich sein.“ Wenn ein Parkplatz weiter nach Westen verlegt werde, können die Gäste „ohne Probleme auf die Gasse fahren ohne das Grundstück (des Nachbarn – Anm. d. Rd.) zu streifen“, wie Norbert Schöll vom Hotel „Schlosskrone“ bereits kritisiert habe. 

Doch bei den übrigen Stadträten stieß der Vorschlag auf keine große Freude. Zu verhärtet seien die Fronten zwischen den beiden Nachbarn. Die Stadträte sollten „einen Weg finden beide Parteien friedlich zusammenzuführen“, so Michael Schmück (CSU). „Bei dem Konfliktpotential sollte wir eine klare Regelung schaffen“, meinte deshalb nicht nur Jürgen Doser (FW). 

Denn bei der Notfallregelung stelle sich dann wieder die Frage, was genau ein Notfall sei, merkte Dr. Anni Derday (FW) an. Bei einem Streit könnte es zu einem Rückstau kommen, was sich dann auf die ohnehin staugeplagte Luitpoldstraße auswirke. Besser kam deshalb Angeringers Vorschlag an, den Anlieferungsplatz für das Hotel „Schlosskrone“ um ca. zwei Meter zu verlängern. „Für die absolute Mehrzahl der Fahrzeuge müsste das reichen“, so Angeringer. 

Die Kosten dafür müssten Erkan und Schöll übernehmen, erklärte Iacob. Außer Böhm und Schaffrath gaben die Stadträte grünes Licht für den Tekturantrag und die Verlängerung des Anlieferungsplatzes. Eine Absage erteilten sie dagegen der Ausfahrt über die Schießhausgasse. Außerdem soll das ganze Dach des Hauses mit demselben Material gedeckt werden.

Katharina Knoll

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