Keine neuen Kredite

„Die größte Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg ist real in Lechbruck angekommen“, begann Lechbrucks Kämmerer Martin Neuber seine Vorstellung des Haushaltsentwurfes für 2010. Bemerkbar mache sie sich vor allem durch Mindereinnahmen im aktuellen Haushalt. Doch durch eine vernünftige Ausgabepolitik und Sparen stehe es nicht so schlecht um Lechbruck. Vor allem sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung.

Erst sehr spät im Jahr ist der Haushalt der Flößergemeinde genehmigt worden, dafür konnte Kämmerer Martin Neuber aber mit sicheren Zahlen wirtschaften. Geschätzte 1,5 Millionen Euro, also fast 600.000 Euro weniger wird die Gemeinde im laufenden Jahr aus der Gewerbesteuer einnehmen, dafür bleiben das Gros der Einnahmen im Vermögenshaushalt stabil. Insgesamt wird der Verwaltungshaushalt in diesem Jahr 5,156 Millionen und der Vermögenshaushalt 3,773 Millionen Euro betragen, wie Neuber in seiner Präsentation zeigte. Erstmalig wird die Gemeinde einen Einnahmenüberschuss bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung erwirtschaften. Damit würden die in den vergangenen drei und vier Jahren angefallenen Defizite ausgeglichen, so Neuber. Mehr als eine Dreiviertelmillion Euro muss Lechbruck für dieses Jahr weniger Kreisumlage abführen, dennoch ist dieser Posten relativ angestiegen. Waren es im vergangenen Jahr noch fast 2,1 Millionen Euro, so muss Lechbruck heuer 1,337 Millionen an den Landkreis überweisen, aufgrund des auf 46 Prozent angehobenen Hebesatzes sind das rund 26.000 Euro mehr. Vor allem durch die Einnahmen aus der Photovoltaik kann die Gemeinde in diesem Jahr aber wieder Geld vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt fließen lassen. Rücklage aus Sonnenstrom Musste man diesen im vergangenen Jahr mit 86.000 Euro belasten, fließen dieses Jahr knapp 400.000 Euro wieder zurück. Dabei kann die Gemeinde einen ausgeglichenen Vermögenshaushalt aufstellen, der als größte Posten die energetische Sanierung des Rathauses, den Kauf des neuen Löschfahrzeugs sowie Kanalbaumaßnahmen umfasst. Positiv wirken sich dabei die Einnahmen aus dem Sonnenstrom aus. Diese fließen in eine Sonderrücklage, die man zur Finanzierung von Investitionen nutzen will, wodurch es möglich ist, ohne eine Neukreditaufnahme im laufenden Jahr auszukommen. Martin Neuber konnte somit auch vermelden, dass die Verschuldung zum 31. Dezember auf unter 15 Millionen Euro gesunken und die Pro Kopf-Verschuldung in Lechbruck dann bei 5743,75 Euro liegen wird. Kritik gab es einzig daran, dass man erst jetzt, zur Jahreshälfte, den aktuellen Haushalt fertig habe. Helmut Angl: Im nächsten Jahr wollen wir versuchen, den Haushalt schon Ende April oder im Mai fertig zu stellen.

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