Bis September 2017 soll am Schulzentrum ein weiterer Kindergarten gebaut werden

Neuer Kindergarten für Füssen

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Die Kita „Schatztruhe“ in Füssen. Bis September kommenden Jahres soll ein weiterer Kindergarten gebaut werden.

Füssen – „Wir müssen unserer Pflichtaufgabe nachkommen!“ Bis September kommenden Jahres soll in der Nähe des Schulzentrums ein neuer Kindergarten für mindestens 50 Kinder gebaut werden. Das entschied der Stadtrat am Dienstagabend auf Antrag der Stadtverwaltung einstimmig.

Damit reagierte das Stadtparlament auf die steigende Nachfrage nach Kindergartenplätzen in Füssen. Derzeit stehen nach Angaben der Verwaltung noch zehn bis 15 Kinder auf der Warteliste für das neue Kindergartenjahr im September.

Der Entschluss des Stadtrats vom Dienstagabend sieht den Bau eines neuen Kindergartens auf einem knapp 3000 Quadratmeter großen Areal am Füssener Schulzentrum bis September 2017 vor. „Positive Gespräche“ mit dem Grundstückseigentümer seien bereits geführt worden, teilte Markus Gmeiner von der Stadtverwaltung mit.

Die neue Betreuungseinrichtung soll zunächst mindestens zwei Gruppen mit 50 Kindern Platz bieten und – wenn möglich – in Modulbauweise gebaut werden. Damit sollen die Voraussetzungen für eine möglichst einfache Erweiterung oder Einrichtung einer Kinderkrippe zu einem späteren Zeitpunkt geschaffen werden.

Bauherr wird wohl entweder die Waisen- und Kinderhortstiftung oder aber die Stadt selbst. Träger könnte der AWO-Bezirksverband Schwaben werden. Dieser sei „sehr daran interessiert“, so Markus Gmeiner auf Nachfrage des Kreisbote.

Steigende Zahlen

Mit der Entscheidung vom Dienstagabend reagierte der Stadtrat auf die aktuellen Bedarfs-Prognosen. Demnach rechnen die Verantwortlichen für die Kindergartenjahre 2016/17 und 2017/18 mit jeweils etwa gut 380 Kindern, die einen Platz in einem Kindergarten brauchen. Im Jahr darauf, 2018/19, werden es voraussichtlich schon 407 Kinder sein, die mit einem Kindergartenplatz versorgt werden müssen.

Derzeit kann die Füssener Stadtverwaltung aber lediglich 372 Plätze plus 19 Notplätze anbieten. „Es geht darum: Wie schaut es in Zukunft aus“, erläuterte Gmeiner den Stadträten. Gründe für den Anstieg der Zahlen sind laut Gmeiner der stetige Bevölkerungswachstum (+ 384 in 2015), die Geburtenstatistik (66 Kinder bisher in diesem Jahr) sowie die „heute noch nicht vorhersehbare Situation weiterer Zuwandererkinder“.

Daher brauche die Stadtverwaltung nicht nur kurzfristige, sondern auch mittelfristige Lösungen, betonte er. „So etwas muss man einfach planen.“ Bei den Stadträten stieß Gmeiners Vorschlag auf Zustimmung. „Wir haben so viele Baugebiete, wir müssen etwas tun“, sagte beispielsweise Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU).

Eltern lehnen Angebot ab

 Noch keine kurzfristige Lösung ist dagegen für die etwa zehn Füssener Kinder in Aussicht, die immer noch für das im September beginnende neue Kindergartenjahr auf der Warteliste stehen.

Zwar gebe es durchaus noch freie Plätze in Weißensee (zehn), Hopfen am See (zwei) oder auch in Pfronten (zehn), so Gmeiner. Doch Kinder und Eltern wollten dieses Angebot nicht annehmen, obwohl die Firma Kößler angeboten habe, den Fahrdienst für Kinder und Eltern zu übernehmen und die Stadt Füssen die Kosten übernehmen würde.

„Diese freien Plätzen wurden offensiv beworben“, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dazu. Bislang habe aber nur ein Elternpaar das Angebot angenommen. Diese Einschätzung bestätigte auch die Weißenseer CSU-Stadträtin Urusla Lax. Sie äußerte sich enttäuscht darüber, dass sich kein Elternpaar aus Füssen den Kindergarten in Weißensee überhaupt einmal angesehen habe. „Anschauen sollte man sich das schon einmal“, kritisierte sie deshalb.

Matthias Matz

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