Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Geschützte Räume

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Pastoralreferent Wolfgang Böck stellt in Trauchgau das institutionalisierte Schutzkonzept zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt vor.

Trauchgau – Gut 30 Mitglieder des Pfarrgemeinderates, des Pastoralrates, der Kirchenverwaltung sowie Teilnehmer des Familiengottesdienstes und Mitarbeiter in der Seniorenarbeit der Pfarreiengemeinschaft am Forggensee trafen sich im Pfarrheim Trauchgau zu einer besonderen Informationsveranstaltung.

Ziel war es, „für ein wertschätzendes und achtsames Miteinander“ in Bezug auf ein Themas zu sensibilisieren, über das der Pastoralreferent der katholischen Jugendstelle in Weilheim, Wolfgang Böck, die Besucher eineinhalb Stunden lang informierte. 

„Es geht um Prävention“, hob Böck deshalb das Hauptanliegen dieses informativen Abends hervor, in dessen Mittelpunkt die „Umsetzung des institutionalisierten Schutzkonzepts gegen sexualisierte Gewalt“ stand. Dazu habe der Augsburger Diözesanbischof Konrad Zdarsa am 1. Juli eine diözesane Präventionsordnung mit dem Ziel in Kraft gesetzt, „bestehende Lücken im Kinderschutz zu schließen“ sowie die „Prävention und Intervention gegenüber sexualisierter Gewalt“ zu stärken, erklärte Pfarrer Markus Dörre. 

Böck hingegen umriss im Rahmen seines Vortrages zunächst verschiedene Formen sexualisierter Gewalt, zu denen zum Beispiel die sogenannte „Grenzverletzung“ zähle, die allerdings „ein einmaliges oder gelegentliches unangemessenes Verhalten, das nicht selten unbeabsichtigt geschieht“, sei. 

Während das etwa eine unangemessene Berührung im Spiel sein könne, seien „sexuelle Übergriffe“ erheblich schwerwiegender. Diese geschähen nicht zufällig und seien massiver und/oder häufiger als Grenzverletzungen. Einen solchen Übergriff stellten unter anderem „Aufforderungen zu Zärtlichkeiten“ dar, unterstrich Böck.

 Als dritte Form von sexualisierter Gewalt nannte er „sexuelle Handlungen“ wie beispielsweise eine Vergewaltigung oder den Besitz von kinderpornographischen Materialien. 

Persönliche Grenzen

Zum besseren Verständnis dessen, was als Grenzverletzung gelte, ließ Böck die Besucher im Laufe des Abends ein Spiel spielen, mit dem ihnen verständlich gemacht werden sollte, dass „jeder seinen persönlichen Bereich“ habe und man deswegen „immer den richtigen Abstand zu einer anderen Person einhalten“ solle. 

Schließlich verteilten Böck und Pfarrer Dörre zwei Formulare an die Teilnehmer mit der Bitte, eine darauf festgehaltene Verpflichtungserklärung ebenso zu unterschreiben wie eine Selbstauskunft hinsichtlich ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Damit verpflichten sich die Ehrenamtlichen etwa, „die mir anvertrauten Personen vor körperlichen und seelischen Schäden, vor Missbrauch und Gewalt“ zu schützen. 

Darüber hinaus versichern sie unter anderem, „dass ich nicht wegen einer Straftat im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt rechtskräftig verurteilt worden bin“. So trügen die „Bemühungen um eine bestmögliche Prävention gegen sexualisierte Gewalt dazu bei, dass Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen in unserer Pfarrei geschützte Räume geboten werden, in denen sie sich gut entwickeln und sicher leben können“, so Pfarrer Dörre. „Unsere Pfarrei setzt damit ein Zeichen nach außen und dass wir uns dafür einsetzen, dass unter Christen sexualisierte Gewalt keinen Platz haben darf.“

lex

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