Klassik und Moderne verbinden

Vor der Zugabe: In der Christuskirche begeistert das Ensemble Amarilli mit (von rechts) Alexandra Kollo, Eva Susanna Kuen – die als Allgäuerin ein Heimspiel hatte – sowie Philipp Spätling und Jens Lohmann sein Publikum mit seiner Leistung auf alten Instrumenten. Foto: Friedrich

Weil Diplom-Musikerin Eva Susanna Kuen aus Sonthofen stammt, lag es nahe, dass auch Füssen in den Genuss eines Konzertabends mit ihrem Ensemble Amarilli kommen würde. Der einstündige Auftritt des Quartetts fand vor kurzem vor zirka 30 Zuhörern in der Christuskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde statt.

Kirchenmusiker Wolfgang Pröbstl hatte bei seiner Begrüßung nicht zu viel versprochen, als er ein Musikprogramm ankündigte, das durch „kompositorische Kunst den Alltag heller“ mache. Die vier Musiker, die in Köln zuhause sind, boten ein neues Programm. Im Mittelpunkt: Sir William Herschel (1738 bis 1822). Sein Allegro aus der Sonata IV, D-Dur, hatte hier eine Sonderstellung. Weil das Werk für Cembalo solo geschrieben ist, hatten die im Konzert eindeutig dominierenden Flöten eine kurze Pause. Der mit seiner Schwester Caroline nach England ausgewanderte, vielseitig begabte William Herschel stammte aus Hannover. Er machte sich in Bath im weiten Bereich der Musik, vor allem aber als Astronom einen Namen. „Distances in Space“ oder „… ich will Ihnen den Weg zum Himmel zeigen“ wählten die Amarillis zum Titel ihrer Hommage, die zu den Herschels ins 18. Jahrhundert führte und von dort wieder einen Bogen in die Gegenwart spannte. Atmosphärische Musikelemente aus der Feder des Ensemble-Mitglieds Philipp Spätling tragen Titel wie zum Beispiel „Uranus“ oder „Jewel Box“. „Meine Musikstücke sind speziell für unser CD-Projekt gedacht, an dem wir sicherlich noch lange arbeiten werden“, so der Komponist nach dem Konzert gegenüber dem KREISBOTE. Amarilli aus Köln stellt sich selbst zwar als Ensemble „für Alte Musik“ vor, doch die Vier entführen im Wechselspiel auch in moderne Klangwelten. Das mit den Nachbauten von historischen Instrumenten präsentierte neue Programm unterhält die Zuhörer nicht ausschließlich mit Interpretationen von Klassikern, die einem Corelli, Händel oder Telemann zu verdanken sind. Ergänzend erklingen Toncollagen, die einen Eindruck vermitteln, wie zeitgenössische Komponisten arbeiten. Dass moderne Musik auf Altblockflöten – meist begleitet von der Viola da Gamba – gespielt wird, macht eine Begegnung mit den Amarillis zu einem Vergnügen.

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