Historischer Umbau kommt gut an

Früher hatte das Gebäude in der Reichenstraße nicht nur ein Walmendach sondern im Erdgeschoss auch einen sogenannten Laubengang. Foto: Füssen in alten Ansichten

Füssen – Ein Stück Füssener Stadtgeschichte möchte Klaus Keller wieder aufleben lassen. Er hat das ehemalige Raiffeisenbankgebäude in der Reichenstraße gekauft und will es nach historischem Vorbild umbauen. Das hat bereits der Bauausschuss genehmigt. Aber nicht nur dort kommt das Projekt gut an.

„Es ist unglaublich. Ich hätte nie geglaubt, dass so viele Füssener sich so darüber freuen werden“, sagt Klaus Keller. Doch nicht nur von Füssenern bekommt er positive Rückmeldungen. Sogar ein Lechbrucker habe ihn neulich angerufen und ihm gratuliert. „Das hat mich narrisch gefreut“, so Keller. Denn ein moderner Umbau würde „überhaupt nicht in das Ensemble mit dem Magnusbrunnen passen“. 

Deshalb will Keller nach historischem Vorbild im Erdgeschoss die rechteckigen Schaufenster durch Bögen ersetzen. Dort, wo sich derzeit ein dreiteiliges Fenster befindet, sollen zwei Bogenfenster rein. Außerdem wird der Eingang in die Mitte versetzt, wo jetzt ein zweiteiliges Schaufenster liegt. Dadurch soll ein „angedachter Laubengang“ entstehen, erklärt Keller. Denn früher war das Erdgeschoss des Hauses ein offener Durchgang. 

Magnus Peresson, Architekt und Vorsitzender des Vereins Alt Füssen, vermutet, dass der während des Mittelalters entstanden ist. Denn die Reichenstraße entspricht genau dem Verlauf der römischen Via Claudia Augusta. Und die hat der Kaiser geschützt. Doch das mittelalterliche Füssen „war sehr klein“, so Peresson, Raumnot entstand. Da sich das Haus aber direkt an der Handelsstraße und somit „in bester Lage“ befand, vermutet Peresson, dass der Vorbau nur erlaubt wurde, „unter der Bedingung, dass man unten durchfahren kann“. Doch darüber gibt es heute keine Aufzeichnungen mehr. 

Bei dem angedachten Laubengang bleibt es allerdings nicht. Auch eine andere Farbe soll das Gebäude bekommen, die den Fenstern und Bögen „Tiefe verleiht“, erklärt Keller. „Es soll eine interessante Fassade werden.“ Doch erst einmal muss der Umbau abgesegnet werden. Der Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung das Projekt bereits genehmigt. „Die denkmalpflegerische Freigabe ist da“, erklärt Peresson. „Am Laufen“ ist dagegen noch die Zustimmung des Landesamt für Denkmalpflege, meint Peresson weiter. 

Im Inneren des Gebäudes wird hingegen nicht viel passieren. Das Erdgeschoss ist bereits ausgeräumt. Hier und im ersten Obergeschoss stehen insgesamt 400 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung, die für den Einzelhandel „ideal“ wären, so Keller. Für das zweite Obergeschoss seien dagegen Büroräume angedacht. Eine Wohnung entsteht derzeit im dritten Obergeschoss, die auch schon vermietet ist, so Keller. kk

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