Kliniken bauen Defizite deutlich ab

Mit 5,5 Millionen Euro an geplantem Defizit für das Jahr 2009 hat das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren einen großen Schritt zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation getan.

Für das abgelaufene Jahr 2008 beträgt das Defizit voraussichtlich noch rund acht Millionen Euro. Der Verwaltungsrat hat den vorgelegten Wirtschaftsplan 2009 des Vorstandes Karl Spindler in seiner letzten Sitzung beschlossen. Verwaltungsratsvorsitzender Landrat Johann Fleschhut: „Die Richtung stimmt, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens haben in der schwierigen wirtschaftlichen Situation mitgezogen und somit ein Stück Zukunftssicherung betrieben!“ Das Ziel der wirtschaftlichen Verbesserung soll mit einer Doppelstrategie erreicht werden: Durch Leistungssteigerungen will das Kommunalunternehmen Mehrerlöse erzielen, gleichzeitig sollen die Kosten in verschiedenen Bereichen gesenkt werden. 600 Mehrfälle für 2009 setzt den Wachstumskurs des Unternehmens aus dem Jahr 2008 mit 1.000 zusätzlichen Fällen fort. Vorstand Karl Spindler: „Ich habe mit allen Chefärzten in unseren Häusern gesprochen und bin weitgehend auf Verständnis und Motivation zu den Mehrleistungen gestoßen.“ Außerdem soll die noch engere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und Belegärzten Erfolge bringen, die durch gemeinsame konzeptionelle Überlegungen zur Zukunft des Klinikunternehmens mit dem ärztlichen Kreisverband bereits einen positiven Anfang genommen haben. Die Anpassung der Betriebsstrukturen an die stark gesunkene Verweildauer erlaubt einen wirtschaftlicheren Personaleinsatz, ebenfalls die weitere Standardisierung von Abläufen, Einsparungen im oberen sechsstelligen Bereich können damit erzielt werden. Personalabbau wird ausschließlich über die Fluktuation, nicht über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Die Verteilung der Defizite auf die einzelnen Krankenhäuser sieht wie folgt aus: Kaufbeuren: - 2.490.000 Euro Marktoberdorf: - 1.141.000 Euro Füssen - 1.655.000 Euro Obergünzburg + 89.000 Euro Buchloe - 252.000 Euro „Die Aussagekraft dieser Teilzahlen sei in einem einheitlichen Unternehmen sehr begrenzt“, betonen Fleschhut und Spindler übereinstimmend. Angestrebt werde in einem weiteren Schritt ein einheitliches Budget über alle Häuser. Günstig auf die Erlössituation des Unternehmens wirkt sich der Wegfall von Beiträgen zur Anschubfinanzierung der Integrierten Versorgung und des Sparbeitrages der Krankenhäuser zur Sanierung der Krankenkassen aus. Verwaltungsratsvorsitzender Johann Fleschhut ließ keinen Zweifel daran, dass die Investitionstätigkeiten zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der medizinischen und pflegerischen Qualität unvermindert weitergehen müssen. Fleschhut: „Wir werden im IT-Bereich und der Medizintechnik ca. 1,2 Millioinen Euro ausgeben, den Multifunktionsbau in Kaufbeuren in Betrieb nehmen und noch 2009 voraussichtlich den 3. Bauabschnitts in Kaufbeuren beginnen können.“ Auch in Füssen sei der Neubau des Bettentraktes und auch die Erweiterung der Geriatrie geplant. Verwaltungsratsvorsitzender Johann Fleschhut summierte die Zahlen, die durch Bauinvestitionen in den nächsten Jahren ausgelöst würden auf über 50 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Karl Spindler betonte ausdrücklich, die Zahlen des vorgelegten Wirtschaftsplanes seien seriös und realistisch. So könnten durch die geplanten Maßnahmen auch Tarifsteigerungen im Personalbereich und weitere Sachkostensteigerungen, auf die man keinen Einfluss habe, zu einem erheblichen Teil kompensiert werden. Spindler: „Das Ziel muss sein, in wenigen Jahren das Defizit aus dem laufenden Betrieb auf Null zu bringen.“

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