Anwohner machen Unmut Luft

Kampf gegen Motorradlärm

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Viele Motorradfahrer sind vor allem am Wochenende im Bezirk Reutte unterwegs. Gegen den Motorradlärm will man jetzt vorgehen.

Haldensee-Außerfern – Der vielfach geäußerte Unmut der Bevölkerung und der Schulterschluss der Gemeinden die Motorradproblematik im Bezirk betreffend scheint Wirkung zu zeigen: Es kommt Bewegung in die Sache.

Abgewandelt vom Slogan eines Elektronikhändlers könnte „Still ist geil!“ die Sorgenfalten der Bevölkerung an den Motorradrennstrecken des Bezirks etwas glätten. Der Lärm, speziell an Wochenenden, und vor allem an den Beschleunigungsabschnitten, ist mittlerweile für viele unerträglich geworden.

Das Argument der Händler und Hersteller, Motorräder müssten laut sein, sonst ließen sie sich nicht verkaufen, geht für die geplagten Außerferner ins Leere. Ein Treffen von Betroffenen mit dem Verkehrssprecher der Grünen Tirols, LA Herbert Weratschnig im lärmgeplagten Hotel „Laterndlhof“ in Haldensee ließ das mehr als deutlich erkennen.

Schwieriges Terrain

„Jeder Autofahrer, der zu laut unterwegs ist wird prompt beanstandet und mit Strafe bedroht“, äußerte Walter Leitgeb, Anrainer in Weißenbach, und wollte nicht einsehen, dass man hier von behördlicherseits nichts machen könne. Das Problem sei erkannt meinte Weratschnigg, sah aber hier auf EU-Ebene Lobbyisten in einer sehr starken Position.

Auch rechtlich sei diese Angelegenheit schwieriges Terrain, Hoffnungen konnte er also in dieser Richtung nicht wecken. Dass aber etwas passieren müsse, war ihm nach einem Lokalaugenschein – bei Regenwetter ohne Motorradfahrer – am Hahntennjoch, in Namlos und im Tannheimer Tal klar.

Überparteiliche Zusammenarbeit sei da vonnöten, so der grüne Abgeordnete, der von Barbara Brejla und ihrer Schwester Regina Karlen begleitet wurde. Der Schulterschluss der betroffenen Bürgermeister und das klare Bekenntnis der Regionalentwicklung Außerfern (REA), das Problem massiv anzugehen, habe zu Aktivitäten im Landhaus geführt, wusste er zu berichten. Dass Motorradlärm und Naturpark auf keinen Fall zusammenpassen, sei auch ihm klar und er hoffe auf einen Konsens in der Parteienlandschaft.

Eine von einigen angedachte selektive Geschwindigkeitsbeschränkung nur für Motorradfahrer stehe rechtlich auf schwachen Füßen und bringe praktisch nur Verkehrssicherheitsprobleme, meinte er. Das sieht auch der Zuständige im Landhaus, der Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht, Bernhard Knapp, so.

„In diese Angelegenheit ist Bewegung gekommen“, sagte er. Es sei Sache des Bezirks mit seiner Verkehrsautonomie Willenskundgebungen zu äußern. „Das ist passiert, wir haben uns dann vor Ort ein Bild gemacht und Gutachten in Auftrag gegeben.“ Neuralgische Stellen seien gründlich angeschaut worden.

Tempo reduzieren 

„In den nächsten Tagen und Wochen wird es eine Feinabstimmung geben und in nahester Zukunft der Auftrag an die Bezirkshauptmannschaft ergehen mit Verordnungen tätig zu werden. Der Spätherbst ist hier als Zeithorizont eingezogen“, so Knapp weiter. Außerdem habe es zu diesem Thema bereits zwei „Runde Tische“ gegeben, wo Vorschläge deponiert wurden. Ob alle diese Vorschläge einer rechtlichen Prüfung standhalten, könne er nicht vorhersagen.

Den da und dort geäußerten Vorwurf, dass man lange nichts gemacht habe, wies er an die im Bezirk Reutte Verantwortlichen zurück. Es habe da nichts „Offizielles“ gegeben. Das sei nun anders. Es geht eindeutig in Richtung Tempobeschränkungen, so viel wollte er verraten. Es dürften nicht wenige werden, im Mittelpunkt dürften die Bereiche der Ortsein- und Ausfahrten stehen. Zur nächsten Motorradsaison sollten die Maßnahmen gesetzt sein, ist sich der Verkehrsrechtler sicher.

Ob sie den Lärm tatsächlich eindämmen können, werden die Anlieger ja „ohrnah“ erleben. Die lärmgeplagten Anrainer werden die Angelegenheit auf jeden Fall mit Argusaugen verfolgen.

Niko

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