Kompromiss in Reichweite

„Eigentlich sind wir uns doch einig, Herr Landrat“, erklärte Hannes Schäfer, Sprecher der Wasenmoos-Bewohner am vergangenen Montag, als Landrat Johann Fleschhut und Vertreter des Petitionausschusses des Landtags ins Moos gekommen waren. Einziger Streitpunkt sei die Frist, die den Besitzern der Schwarzbauten in dem Gebiet noch bleibt, bis die abreißen müssen. Doch gerade hier tat sich bisher eine große Kluft zwischen beiden Parteien auf: Beharrt der Landrat auf maximal 15 Jahre, wollten Schäfer und seine Mitstreiter bisher eine unbefristete Duldung durchbringen. Nun stehen 20 Jahre als Kompromiss im Raum.

Viel Neues gab es eigentlich nicht zu hören, als Fleschhut im Vordermoos vor den Landtagsabgeordneten Johann Hintersberger (CSU) aus Augsburg und Florian Streibel (FW), Sohn des früheren Bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl, aus Oberammergau sowie Vetretern der Bewohner seinen Standpunkt erklärte. „Wir haben unsere eigenen Naturschützer gefragt und den Bund Naturschutz“, erläuterte er. Das Moorgebiet vor den Toren Füssens habe zwar gelitten, sei aber renaturierbar. Und genau das sei das Ziel. Bauleitplanungen könne man von den technischen Voraussetzungen „eher nicht“ betreiben, zu schweirig sei den Boden und zu teuer wären die Infrastrukturmaßnahmen. Freilich hat er zwei Trümpfe in der Hand: Innenminister Herrmann hat seinen Vorschlag, den Bewohnern des Mooses 15 Jahre, den Wochenend-Hausbesitzern zehn Jahre bis zum Abriss einzuräumen, als sehr großzügig bezeichnet. Und: Nach dem so genannten Rosenbauer-Moratorium 1986, das einen Baustopp bis zur Fertigstellung der A7 bedeutete, hatten die Moosianer trotzdem munter weiter gebaut. Die langere Verzögerung beim Autobahnausbau kann da als Aurede nicht gelten. Niemals Baugebiet Sowohl die Wasenmoosler als auch die Landtagsabgeordneten signalisierten nun, sich für einen Kompromiss erwärmen zu können. Der könnte lauten: 20 Jahre, dann Auszug. Sowohl Fleschhut als Auch Anita Schrödl vom Bayerischen Innenministerium sprachen sich jedoch gegen diese Fristverlängerung aus. Mit 20 Jahren werde eine Grenze überschritten. Gesetzliche Vorgaben gibt es jedoch nicht, die Fristen seien Erfahrungswerte. Einem Vorschlag von Wasenmoosbewohner Harald Vauk gab der Landrat jedoch ohne zu zögern statt. Sollte für das Wasenmoos eine Planungsänderung kommen, sollte den Bewohnern die unbefristete Nutzung ihrer Häuser zugesichert werden. „Das würde es vielen Bewohnern erleichtern, die öffentlich-rechtlichen Verträge zu unterzeichnen“, so Vauk. In diesen Verträgen will das Landratsamt die Fristen mit den Schwarzbauern regeln, nur neun von 53 gingen bisher darauf ein. Die Zusage fiel dem Landrat freilich leicht. Denn dafür, dass das Wasenmoos nie Baugebiet wird „lege ich meine Hand ins Feuer“, wie er hernach gegenüber dem KREISBOTE erklärte. Dass bereits Infrastruktur im Wasenmoos besteht, wie Straßen, Wasser, Strom und Abwasser, ließ Flehschhut auf Nachfrage nicht als Einwand gelten. Die Maßnahmen seien schließlich nur provisorisch. Im September, so Streibl, wird der Petitionsausschuss das Thema behandeln. Dass sich die Abgeordneten für einen 20-Jahres-Kompromiss aussprechen scheint zumindest denkbar.

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