Schwarzer Humor im Haus Hopfensee

Konstantin Schmidt haut im Haus Hopfensee in die Tasten. Foto: cf

Hopfen am See – Die „4. Hopfener Theater- und Kulturtage“ ging im Haus Hopfensee am Samstag mit einem „Kulinarischen Varieté“ zu Ende. In der vorletzten Veranstaltung zeigte der 44-jährige Konstantin Schmidt servierte in der „Schmidternacht" ein Programm auf den Spuren des Wieners Georg Kreisler. 

Nicht gerade glücklich zu bezeichnen wäre eine noch attraktive Wienerin, die keinen liebenden Mann finden kann. Ihr Beruf als ehrenwerte Bestatterin auf dem berühmten Zentralfriedhof schreckt sämtliche Herren der Schöpfung ab. Solchen und ähnlichen Figuren begegnet das Publikum, das sich vielerorts zur „Schmidternacht“ einfindet. Das musikalische Programm von und mit Konstantin Schmidt war jetzt erstmals hier in der Region zu erleben. Es kam gut an. Begeistert war ebenso eine große Gruppe von Kurgästen, die in Schwangau logieren, wie einige Füssener und Einheimische aus dem Umland, etwa aus Roßhaupten. 

Hausherr Uli Pickl stellte den Preisträger von Chansonfestivals in Heidelberg und Potsdam (2011 und 2012) vor, der schon sein 20-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert hatte. Zum Kleinkunst-Akteur wurde er während seines Maschinenbaustudiums an der Uni in Karlsruhe. Selbst Musik machen sei für ihn „Ausgleich zur Ingenieurausbildung“ gewesen. Schmidt berichtet: „Ich habe in Clubs gern die Lieder von Georg Kreisler gespielt.“ Erfolge ermutigten ihn zu ersten Liedern aus eigener Feder. Inzwischen arbeitet er an seinem vierten Solo-Programm. 

Seine Texte sind sehr dicht gestrickt. Das macht es dem Zuhörer schwer angesichts des von Schmidt angeschlagenen Tempos auf den 88 Tasten auch wirklich jedes Wortspiel zu verstehen. Das schmälert den Genuss deshalb nicht, weil die eigentliche Pointe immer wie aus einem Guss kommt. Der jugendlich wirkende Mann am Klavier beherrscht sein Instrument, ist stimmlich fit und nutzt sein komödiantisches Talent, um in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Dass er sich zu Höherem berufen fühlt, demonstrierte der Karlsruher mit der komischen Kurzfassung einer Schwarzwald-Oper, die natürlich nie wirklich ihre Aufführung erleben wird. 

 Am Ende des Abends zog er singend Bilanz: „Ja, es war nicht alles schlecht.“ Es war richtig gut, meinte das Publikum und feierte den Künstler, der die Bühne gar nicht erst betrat, sondern vor den Tischen im Saal in die Tasten griff. cf

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