Till Twardy spricht über seine Leidenschaft zur Musik und sein sonstiges Engagement in Füssen

Rechtsanwalt, Pianist und Kirchenvorstand

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Mit Hut am Klavier oder Piano: Tim Twardy, Gruppenmitglied der „Jazzelsteiner“, die Rock, Blues, Funk, Soul und Swing spielen.

Füssen – Die „Jazzelsteiner“ treten am Samstag, 25. Juli, ab 19 Uhr am Obersee auf. Am Piano: Till Twardy. Einer, der nicht nur leidenschaftlich gern Musik macht, sondern auch auf mehreren Hochzeiten tanzt. So engagiert er sich in der Politik und im Kirchenvorstand. 

Twardy, der am 14. Juni 1974 in Soltau in Niedersachsen geboren wurde, ist alles andere als ein Hansdampf in allen Füssener Gassen, die er erst seit 2007 kennt. Was er neu anpackt und regelmäßig macht, führt er mit Ernsthaftigkeit aus. Der Kreisbote hat ihn jetzt besucht. 

Am Tisch mit Ehefrau Anja und Tochter Emily gelang es, die Gespräche mit ihm zu vertiefen. Er mache viel, „aber davon nichts halbherzig“, lautet sein Credo. Niedergelassen als Rechtsanwalt – Ehe- und Familienrecht, aktiv in der SPD-Ortsgruppe Füssen, neues Mitglied im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Gemeinde der Christuskirche und – nicht zuletzt – auch als erfahrener Organist und Sänger im Einsatz: seine Tage sind immer gut durchorganisiert. 

Aber Till Twardy weiß auch, wie er sich in zwei Stunden richtig gut entspannt. „In der Christuskirche, wo ich allein bin und Orgel spiele.“ 

Musik nur als Hobby 

Sein Talent als Bub und Jugendlicher, der in Schongau in einer Arztfamilie aufgewachsen ist, hätte für ein Musikstudium gereicht. „Ich hatte die Aufnahmeprüfung bestanden, ging dann zwölf Monate zur Marine und schrieb mich nach dem Wehrdienst in Augsburg in Jura ein.“ Er wusste, eine ärztliche Tätigkeit wie sie sein Vater vorlebte, verdiente seinen größten Respekt, „wäre aber überhaupt nicht mein Fall“. 

Als Student der Rechtswissenschaft kam die Musik, „gewiss nicht zu kurz“. Nach seinem Referendariat fing er in der Rechtsabteilung eines Unternehmens in Hamburg an. Seine Begründung für den klassischen Berufsweg: „Es gibt viele exzellente Musiker, aber ohne Glück reicht es einfach nicht, um davon mit einer Familie über die Runden zu kommen.“ Musik als Hobby, das sei daher „die bessere Entscheidung.“ Im Übrigen lasse Jura „nach dem Zweiten Staatsexamen alle Wege offen. Beruflich ist man nicht festgelegt.“ 

Er wollte keinen Unterricht „geben müssen, wie es auch perfekte Pianisten notgedrungen tun“. Dass er mit viel Freude das Töchterchen zum Klavierspielen anleitet, stehe auf einem ganz anderen Blatt. Noch als Student hatte er Anja, die in Frankfurt am Main beim Deutschen Fußball Bund arbeitete, auf einer Party kennen gelernt. Er war damals in Aschaffenburg im Referendariat. 

Dass sie Nachwuchs erwarteten und sich sehr darauf freuten, war der Grund, sich einen Ort fern von Großstädten „als unsere Wahlheimat zu suchen. Mit Füssen haben wir es sehr gut getroffen“, betont Twardy. Es klingt ehrlich, wenn er davon erzählt, was sicher nicht jeder „Zugereiste in Füssen“ bestätigen kann: „Ich wurde herzlich aufgenommen. Die Christusgemeinde mit Pfarrer Spengler ist so sympathisch, dass ich mich hier auch über das Orgelspielen hinaus engagiere.“ 

Den früheren Kantor, Wolfgang Pröbstl, kennt Till Twardy aus Schongauer Jahren. Die Musiker der Gruppe Jazzelsteiner erwiesen sich schnell „als beste Freunde“. Ein Bindeglied ist der Blues. Wofür er politisch steht, zeigt er an den folgenden Beispielen auf: „Ziele, die meine Unterstützung finden, sind bezahlbarer Wohnraum, eine barriere-freie Gestaltung der Stadt und ein Verkehrskonzept, dass auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer – Kinder und ältere Fußgänger ­– Rücksicht nimmt.“ 

Es könnte sein, dass er sich in der SPD-Ortsgruppe in den nächsten Jahren noch stärker engagiert.

Chris Friedrich

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