Kornkasten von 1538 wird fit gemacht

U. Straus und 1538 stehen über der Tür geschrieben. Die ist zwar noch erhalten, muss aber ebenfalls erst einmal saniert werden. Fotos: Sommer

Mit Hilfe der Zimmerei Eicher aus Steingaden und viel Eigenleistung hat Christiane Schweiger ein Baudenkmal vor dem Verfall gerettet. In das Jahr 1538 datiert der alte Kornspeicher, der jetzt einen Wetterschutz erhalten hat.

Brandstadt 1 liegt in Biberschwöll, hoch über Steingaden an der B17 und kurz vor Schlauch. Hier steht der alte Hof, den Christiane Schweiger vor gut einem Jahr geerbt hat. Dass ihre Onkel etwas Besonderes hinterlassen würde, ahnte Christiane Schweiger schon. „Ich kannte den Briefverkehr zwischen ihm und dem Denkmalschutz“. Denn schon seit längerer Zeit war man bemüht, das, was sich in einer verfallenden Scheune neben dem um 1800, nach dem Brand, wiederaufgebauten Herrenhof, befand, zu retten. Zwei Anläufe dazu gab es auch schon, wie sich Markus Eicher erinnert. Irgendwann in den 1980-iger Jahren habe der Verfall begonnen. Damals, so Eicher, habe man aus Mitteln der Steingadener Bürgerstiftung eine Notabdeckung für die alte Scheune errichtet, beim zweiten Mal half die Gemeinde dem Schweiger Josef. Was sie aber unter der zwischenzeitlich verfallenen Scheune und inmitten von Schutt und Müll erwarten würde, davon hatten weder Christiane Schweiger noch die engagierten Zimmerleute wohl wirklich eine Ahnung. Zwei alte Kornspeicher, auch bekannt als „Kornkasten“ standen da, der untere Teil aus dem Jahr 1538, der obere, zweite aus dem 18. Jahrhundert. Irgendwann mit einer Scheune eingehaust um sie schützen. Durch die spezielle Bauweise mit vier geschlossenen Seiten wurde verhindert, dass Mäuse oder Ungeziefer eindringen und sich am, in Säcken oder lose gelagerten Korn satt fressen konnten. Interessant dabei, dass nur einige Höfe rund um Steingaden über so einen Kornkasten verfügen. Ein ebenfalls altes Exemplar aus Prem wurde im Bauernhofmuseum Glentleiten wieder aufgebaut. Als ihr Onkel Anfang Mai 2011 verstarb, übernahm erbte Christiane Schweiger den Hof in Biberschwöll und musste sich erst mal durch die Berge aus Müll, und verfallenem Holz arbeiten. Rund ein halbes Jahr habe sie rund um den Hof aufgeräumt, erzählt die mittlerweile in Peiting lebende junge Frau. Erst dann konnte die Zimmerei Eicher sich an die Arbeit machen, allerdings nur in Absprache mit dem Denkmalschutz. So hatten sich unter anderem das bayerische Bauarchiv in Thierhaupten und Dr. Susanne Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet, die dann auch die Gelder für die Sanierung bewilligt hatte. Noch genug Arbeit für weitere Jahre Nachdem der Boden teilweise verfault war, mussten die Bohlen ausgetauscht werden. Dazu wurde der Kornkasten über eine Kante gekippt, der Boden saniert und ein Fundament eingebaut, erzählt Markus Eicher. Jetzt ruht der völlig aus Holz und ohne einen Eisennagel erbaute Kornkasten auf einem Neunpunkt-Fundament aus dem Holz, mit dem eigentlich eine Maschinenhalle hatte gebaut werden sollen. Es entstand die Einhausung, die den Kornspeicher an drei Seiten vor dem Wetter schützt. Nach vorne hin ist das Dach verlängert und eine Treppe erlaubt den Zugang nach oben. Damit aber sind die Arbeiten am Hof noch längst nicht abgeschlossen. Als nächstes, so Christiane Schweiger, die die Arbeiten teilweise selbst finanziert, müsse das Dach am Haupthaus geschlossen werden. Auch dort gibt es noch für Jahre genug zu entdecken und aufzupolieren.

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