Der Kinofilm "Ludwig II." startet am 2. Weihnachtsfeiertag

König Ludwig (Sabin Tambrea, links) und Richard Wagner (Edgar Selge) verbindet eine tiefe Freundschaft, die jedoch bei Hofe auf viel Widerspruch stößt. Fotos. Bavaria Pictures

Füssen – 16 Millionen Euro und neun Jahre hat es gebraucht, bis Peter Sehr und Marie Noelle ihren Film „Ludwig II.“ auf die Kinoleinwand brachten. Am  26. Dezember startet der Film in den Kinos, am vergangenen Sonntag veranstaltete der Bayerische Rundfunk eine Vorpremiere im Alpenfilmtheater. 

Richard Schlosser vom Bayerischen Rundfunk begrüßte die Zuschauer im vollbesetzten Kinosaal des Alpenfilmtheaters, von denen die allermeisten beim Sender BR Klassik ihre Eintrittskarten gewonnen hatten. Das hatte den Hintergrund, dass das Bayerische Rundfunkorchester die Filmmusik von Bruno Coulais eingespielt hatte. Orchester-Musiker Ralf Klepper war ebenfalls dabei und erzählte Anekdoten von den Aufnahmen. Anschließend bekamen die Zuschauer, von denen viele als Komparsen selbst mitgewirkt hatten, den neuesten Ludwig-Film zu sehen, der in rund 140 Minuten die Geschichte des „Märchenkönigs“ von der Zeit kurz vor seinem Amtsantritt bis zu einem mysteriösen Tod erzählt. Durch den unerwarteten Tod seines Vater Max völlig unvorbereitet auf den Thron gekommen, will der 18-jährige Ludwig (Sabin Tambrea) lieber die Kunst fördern, als Feldherr sein, holt den Revolutionär Richard Wagner (Edgar Selge) an den Hof, vernachlässigt die Politik. Seine Verlobung mit Sophie, Herzogin in Bayern (Paula Beer) scheitert. 14 Jahre von Ludwigs Regentschaft überspringt der Film. Ein dick gewordener König – jetzt gespielt von Sebastian Schipper, jedoch synchro- nisiert von Sabin Tambrea – überlässt die Regierungsgeschäfte fast ganz seinem Ministerpräsidenten Johann Lutz. Nur über seinen stets treuen Lakai Lorenz Mayr (Samuel Finzi) kommuniziert er noch mit der Außenwelt. Als seine überdimensionalen Bauprojekte ihn in den Ruin zu treiben drohen, wird er in einem Komplott, angeführt von Johann Lutz, den Ludwig einst förderte, entmündigt und stirbt schließlich im Starnberger See. An Originalschauplätzen wie den Königsschlössern sowie in den Bavaria Filmstudios in München entstand der pompöse Film in nur 72 Drehtagen zwischen Juli und November vergangenen Jahres. Peter Sehr und Marie Noelle schrieben das Drehbuch zusammen und führten auch gemeinsam Regie. Produziert wurde „Ludwig II.“ von Bavaria Pictures in Koproduktion mit zahlreichen deutschen und österreichischen Rundfunkanstalten. Nachdem am vergangenen Sonntag im Alpenfilmtheater der Film zu Ende gegangen war brach nach einigen Sekunden des Schweigens Applaus aus. „Mir ging der Film unter die Haut,“ zeigte sich Guiseppe Montuori nach dem Film gegenüber dem KREISBOTE begeistert. Der Füssener war als Statist mit am Set, seine Szenen als Bauarbeiter hatten es aber wohl nicht in die Endfassung geschafft. „Ich meine, den Peter Sehr wiedererkannt zu haben“, urteilte er. Von der Arbeit mit dem Filmteam schwärmte auch Werner Hacker, der als Komparse auch kurz im Film zu sehen ist. Vom gesamten Werk ist er aber weniger angetan. „er findet einfach nicht die Sprache des Films. Besonders die erste halbe Stunde kommt mir vor wie abgefilmtes Theater“.Kinobetreiber Lars Doppler, selbst ausgebildeter Schauspieler und Schauspiel-Dozent, schwärmte von der „genialen“ Leistung der Mimen. Am 2. Weihnachtsfeiertag startet Ludwig II. im Kino. Dann kann sich jeder selbst eine Meinung zum neuesten Ludwig-Film bilden. ps

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