Vorerst keine Einigung

Mit spitzer Feder

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Die Füssener Zulassungsstelle in der Augsburger Straße 15. Muss die Behörde demnächst in die Herzogstraße umziehen? Der Kreisausschuss will im September darüber entscheiden.

Füssen/Marktoberdorf – Soll die Kfz-Zulassungsstelle in Füssen neue Räumlichkeiten bekommen? Diese Frage wurde jetzt im Ostallgäuer Kreistag diskutiert. Wegen der zu erwartenden hohen Kosten verschoben die Kreisräte eine Entscheidung aber auf die nächste Sitzung des Kreisausschusses Ende September.

Hermann Wißmiller, Personalleiter im Landratsamt, stellte Überlegungen zu einem Umzug der Zulassungsstelle dem Gremium vor. Geeignete Räume seien im Gebäude der ehemaligen Raiffeisenbank in der Herzogstraße 3 vorgefunden worden. Ein Umzug würde, so Wißmiller, einen „Servicesprung um mehrere Jahrzehnte“ bedeuten. 

Viele Kreisräte zeigten sich allerdings skeptisch ob der veranschlagten Kosten für Umzug und Umbau. So wurde eine Entscheidung auf die nächste Sitzung des Kreisausschusses Ende September verschoben. Ein Ortstermin in der Augsburger Straße in Füssen, wo die Zulassungsstelle derzeit untergebracht ist, soll dem Beschluss vorangehen. Hintergrund für die Umzugspläne sei die sehr beengte Arbeitsplatzsituation für die Mitarbeiter in Füssen und Behinderungen im Service, berichtete Wißmiller. 

Wartezeiten von über einer halben Stunde seien die Regel, Parkplätze Mangelware. Das Landratsamt schlug daher vor, mit dem Umzug in die rund 300 Quadratmeter großen Räume der Herzogstraße eine „moderne und serviceorientierte Lösung für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre“ zu schaffen. Demgegenüber stehen einmalige Ausgaben für die Inbetriebnahme von rund 117.000 Euro und höhere Mietkosten von rund 10.000 Euro jährlich. 

Mehr Online-Service 

Doch der Vorschlag fand nicht bei allen Kreisräten Zustimmung. Hier sei die Verhältnismäßigkeit zu prüfen, wandte Werner Moll (FW) ein und Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger pflichtete ihm bei, zunächst mit „spitzer Feder zu rechnen“. 

Auch Hubert Endhardt (Grüne) wollte sich nicht gleich entscheiden und schlug den Ausbau des Online-Services vor. Waltraud Joa (SPD) wandte dagegen ein, dass der Kreis in den nächsten Jahren sowieso aktiv werden müsse, um die Zulassungsstelle barrierefrei zu gestalten. „Momentan würde ich als Rollstuhlfahrerin dort schon gar nicht hineinkommen“, sagte die Behindertenbeauftragte. 

Nach kontroverser Diskussion wurde die Entscheidung den Mitgliedern des Kreisausschusses übertragen, die sich am 24. September vor Ort ein Bild der Lage machen wollen.

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