Die Europa-Tage der Musik kommen nach Füssen

"Tolle Werbung für die Stadt"

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Chöre aus ganz Europa werden im kommenden Jahr nach Füssen kommen.

Füssen – Die „Europa-Tage der Musik“ will der Bayerische Musikrat im kommenden Jahr in Füssen veranstalten. An sich eine tolle Sache, war sich der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Dienstag einig. Doch für Ärger sorgte mal wieder das Thema Geld.

Die „Europa-Tage der Musik“ veranstaltet der Bayerische Musikrat seit 28 Jahren, zuletzt 2013 in Bad Tölz, erklärte der Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller. Das Ziel des Events sei, durch das gemeinsame Musizieren verschiedener Nationalitäten Europa als Einheit erlebbar zu machen. Im kommenden Jahr will der Musikrat das dreitägige Festival zusammen mit der Stadt Füssen vom 26. bis 28. Juni auf die Beine stellen. 

Musikrat stellt 30.000 Euro bereit 

Am ersten Tag könnten das „Jeunesse Musical“ ein Jugendorchester-Festival ausrichten. Anschließend sei ein „Tag der Laienmusik“ mit Konzerten in der Altstadt geplant, den der Landesverband Singen & Musizieren in Bayern veranstaltet, bevor am Abend ein Festakt mit dem Galakonzert „Europa“ im Festspielhaus Füssen folgt, das der Bayerische Rundfunk aufzeichnet.

 Am dritten Tag soll ein Gottesdienst mit Musik und ein Konzert der „Bayern 1 Blasmusik“ mit Stephan Ametsbichler folgen, das der Bayerische Rundfunk live überträgt. 30.000 Euro stellt der Musikrat für Werbung, die Gesamtleitung sowie den Festakt zur Verfügung, so Riedmiller. Für die Miete des Festspielhauses, die Infrastruktur, wie Bühnen und Veranstaltungsorte, und die Kosten für die Ensembles aus den Partnerstädten müsse die Stadt Füssen aufkommen. 

Wie hoch die ungefähr ausfallen werden, wisse die Stadtverwaltung aber nicht, da das Programm noch nicht feststehe, so der Kulturamtsleiter. Aber „ich denke nicht, dass die über 30.000 Euro gehen werden“, so Riedmiller. Das war jedoch den Stadträten zu hoch. So schlug Klaus Zettelmeier (CSU) vor, die Kosten auf einen geringeren Betrag zu deckeln. Wenn weitere Ausgaben anfallen, sollten die zusätzlich genehmigt werden. Außerdem regte er an Füssen Tourismus und Marketing und die Allgäu GmbH für die Finanzierung mit einzuspannen. Da es schließlich um den Europagedanken gehe, könnte die Stadt auch versuchen an europäische Mittel heranzukommen, meinte Dagmar Rothe-mund (SPD). 

Kritisch sah jedoch Gabriel Guggemos (Füssen Land) die ganze Sache. Die Veranstaltung sei „eine tolle Werbung für die Stadt“. Allerdings sollte sie versuchen, möglichst wenig dafür auszugeben. Denn es sei Vereinen, die mit einem geringen Budget auskommen müssen „schwer zu sagen, dass drei Tage (das Festival – Anmerk. Der Redak.) mehr als 30.000 Euro kosten“. 

„Wir können dem Musikrat nicht vorschreiben, wie viel er ausgeben soll“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Der habe schließlich die Erfahrung aus den Vorjahren. Die Stadt solle außerdem mit Musik belebt werden. Im Zuge des europäischen Gedankens sollten dafür auch ausländische Musikgruppen anreisen. „Ich möchte nicht, dass die Stadt oder das Kulturamt als Böser dasteht, wenn es dann mehr kostet“, sagte der Rathauschef. „Dann machen wir Pinswang“, rief ein Stadtrat scherzhaft. „Da brauchen wir nicht mal einen Bus, die können einmarschieren“, lachte Bürgermeister Iacob. 

Kosten sollen gedeckelt werden 

Doch die Idee griff Dr. Martin Metzger (BFF) auf. Denn für die fixen Kosten, wie die Miete des Festspielhauses, sollte die Stadt ein festes Budget vorgeben. Alles andere „sei variabel“. Mit Blick auf den Etat könne die Stadt dann entscheiden, aus welchen Ländern sie welche Gruppe anreisen lassen können und wo sie untergebracht werden. 

Zudem regte Michael Schmück (CSU) an, die Stadt Tölz zu fragen, wie viel sie für die Veranstaltung bezahlt habe. So einigte sich das Gremium mehrheitlich darauf die Veranstaltung auszurichten und die Planungen voranzutreiben, allerdings sollen die Kosten auf 15.000 Euro gedeckelt werden. Weitere Ausgaben muss erst ein Ausschuss genehmigen. Nur Magnus Peresson (UBL) und Guggemos lehnten die Veranstaltung ganz ab.

Katharina Knoll

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