Gewerbegebiet Füssen West soll über eine Spange erschlossen werden

Nur noch Statisten?

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Das Gewerbegebiet Füssen West soll nun über eine Spange in der Schäfflerstraße (im Plan südlich der Grünfläche) erschlossen werden. So will es der Stadtrat mehrheitlich.

Füssen – Der umstrittene Bau der Kalkbrennerstraße zur Erschließung des Gewerbegebiets Füssen West ist vom Tisch. Mit 13:9 stimmte der Stadtrat am Dienstagabend für eine Erschließung über eine Spange in der Schäfflerstraße.

Damit folgte das Gremium mehrheitlich einer Entscheidung des Fraktionsbeirats im Vorfeld der Sitzung. Giftige Diskussionen gab es trotzdem. 

Statt eines Durchstichs (Kalkbrennerstraße) hart an den landwirtschaftlichen Flächen von Anja Stechele vorbei (der Kreisbote berichtete) soll nun eine Spange in der Schäfflerstraße die künftige Erschließung des Gewerbegebiets Füssen West ermöglichen. So sieht es der am Dienstagabend verabschiedete Entwurf zur Festlegung der Verkehrsführung im Bebauungsplan W20 vor. Damit steht auch eine Erschließung über den Kühbrunnen nicht mehr zur Diskussion. 

Dieser sei zu schmal und könne auf absehbare Zeit nicht ausgebaut werden, da die Stadt nicht an die dafür notwendigen Grundstücke komme, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) „Den Kühbrunnen beidseitig zu befahren ist nicht möglich“, betonte er. Auf die Spange hatte sich im Vorfeld der Sitzung bereits der Fraktionsbeirat geeinigt – was am Dienstagabend im Gremium erneut zu Diskussionen führte. 

Einige Stadträte kritisierten, dass dem Gremium nicht sämtliche Alternativpläne wie der zu einem Wendehammer vorgestellt werden. „Es ist Pflicht alle Varianten aufzuzeigen“, forderte Dr. Anni Derday (FW). „Wir sind ja nur noch Statisten!“ Jörg Umkehrer von den Grünen kritisierte ebenfalls, dass der Stadtrat nur noch die Entscheidung des Beirats ab zu nicken habe. „Ich finde es nicht gut, dass der Beirat schon eine Vorauswahl trifft“, sagte er. 

CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm ergänzte: „Es kann nicht sein, dass ein illustrer Kreis eine Vorauswahl trifft!“ Andere wie Heinz Hipp (CSU) oder SPD-Fraktionschef Lothar Schaffrath verteidigten das Vorgehen. „Irgendwann müssen wir jetzt mal zu einer Entscheidung kommen“, forderte Hipp. Mit knapper Mehrheit lehnte das Gremium schließlich einen Antrag von Derday ab, alle Varianten jetzt offenzulegen. 

Im August oder September soll nun der Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan W20 durch den Stadtrat erfolgen, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer auf Anfrage des Kreisboten erläuterte. Im Herbst solle der Entwurf dann erneut dem Gremium vorgelegt werden. Sollten die finanziellen Mittel bereit stehen, könnte bereits im kommenden Jahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden, erläuterte er. Die Kosten für das Erschließungsprojekt werden auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt.

Matthias Matz

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