Gmeiner zieht Bilanz von Sportveranstaltungen

"Die Bässe stellens bitte ab"

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Zum 20. Mal war das Bauschuttteam (weiße Trikots) heuer bei den Füssener Sporttagen dabei. Das feierten das Team mit einer Party. Einige ihrer Gäste waren den Anwohnern auf dem Nachhauseweg allerdings zu laut.

Füssen – „AllgäuMan“, Stadtolympiade und Königsschlösser-Romantikmarathon: In diesem Jahr fanden zahlreiche Sportveranstaltungen in Füssen statt. Auf die blickte Markus Gmeiner, Sportbe-auftragter der Stadt Füssen, am Dienstag im Sportausschuss zurück.

Doch alles war dabei nicht so toll, fanden einige Anwohner: Zu laut war die Musik bei der „Players Night“ der Stadtolympiade. Und dass ein Stadtviertel bei dem Marathon „hermetisch abgeriegelt wird, das geht nicht“, sagte Magnus Peresson (UBL). 

Die diesjährigen Füssener Sporttage haben sich wieder großer Beliebtheit erfreut. Über 515 Sportler nahmen laut Gmeiner daran teil, die eine „tolle Stimmung“ verbreitet haben. Allerdings gab es auch einen Wehrmutstropfen: Die Siegerehrung mit der „Players Night“ musste verlegt werden. Das Sportstudio Füssen hatte heuer wegen Umbauarbeiten keinen Platz mehr für das Zelt. 

Weil das aber eine Woche später eh für das Laufwochenende benötigt wurde, wurde es gleich an der Morisse aufgestellt, erklärte Gmeiner. Doch das gefiel einigen Anwohner nicht. Sie beschwerten sich anschließend über den Lärm. Einer sprach gar von den „Füssener Alkoholtagen“. „Das finde ich unverschämt“, meinte der Sportbeauftragte. Der betreffende Anwohner sei hiermit eingeladen, nächstes Jahr bei den Sporttagen mitzumachen. Dann „kann er sehen, wie schwierig das ist“, so Gmeiner. 

Die Boxen im Außenbereich waren um 22.30 Uhr noch an, gab der Sportbeauftragte zu. Aber als er das bemerkte, habe er sie sofort ausgestellt. „Ich denke, das ist dann erträglich“, so Gmeiner, zumal es nur einmal im Jahr stattfindet. Und auch am Volksfestplatz hätte es Kritik gegeben, ist sich der Sportbeauftragte sicher. Dort beschweren sich Anwohner regelmäßig über das Volksfest. 

Klirrende Gläser 

Dass der Lärm gar nicht so ohne gewesen sei, meinte allerdings auch Stadtrat Magnus Peresson. Er wohne einen halben Kilometer entfernt. „Die Gläser haben bei uns geklirrt“, so Peresson. Keiner habe etwas dagegen, wenn die Leute lachen und Spaß haben. 

Nur „die Bässe stellens bitte ab.“ Gegen Betrunkene, die um zwei Uhr nachts gröhlend durch die Straße laufen, haben dagegen einige Bewohner im Weidach etwas, erklärte Wolfgang Bader (SPD).

 Die kamen von der Bauschuttfete, so Gmeiner. Diese Party hatte die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren verboten. Weil das Team aber heuer seine 20. Teilnahme bei den 25. Füssener Sporttagen gefeiert hat, wurde ihre Party „ausnahmsweise genehmigt“, erklärte der Sportbeauftragte. Er fügte allerdings hinzu: „Diese Fete wird es nicht mehr geben.“ 

Die abgeriegelten Altstadtstraßen während des Füssener Laufwochenendes waren zudem Peresson ein Dorn im Auge. „Dass ein Stadtteil hermetisch abgeriegelt wird, das geht nicht“, so der Stadtrat. Mit dieser Kritik stieß er allerdings auf Unverständnis bei Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die Stadtverwaltung habe angekündigt, dass die Straßen eine bestimmte Zeit gesperrt werden. 

Der Marathon „funktioniert seit 15 Jahre unter den gleichen Voraussetzungen. Ich weiß nicht warum das dieses Jahr nicht geht“, so der Rathauschef. „Wir sind stolz, dass er durchgeführt wird“. 1300 Läufer aus 30 Nationen nahmen heuer insgesamt an dem Laufwochenende teil, erklärte Gmeiner.

Große Resonanz 

Dieser zog insgesamt ein positives Fazit von den diesjährigen Sportveranstaltungen in Füssen. Los ging das sportliche Jahr im Februar mit dem Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ und „Jugend trainiert für Paralympics“. Das fand eigentlich in Nesselwang statt. Nur die Skispringer kamen nach Füssen, um von der kleinen Schanze in Bad Faulenbach abzuheben. 

„Die Restsalz war überwältigend“, meinte Gmeiner. Das sei nicht das letzte Mal gewesen, dass Nesselwang und Füssen kooperieren, um den Skisport zu fördern, kündigte er an. Gut kam auch der „AllgäuMan“ an, ein Hindernislauf über 15 Kilometer. 700 Sportbegeisterte nahmen daran teil. „Das wird nächstes Jahr wieder stattfinden“, so der Sportbeauftragter. Im März wurde außerdem eine neue Sportanlage in Füssen gebaut: An der Morisse gibt es jetzt eine Bouleanlage mit fünf Feldern. 

Und die „boomt. Sie ist immer gut belegt“, so Gmeiner. Dafür wurde extra ein Verein, die Boulefreunde Füssen, gegründet. Der hat mittlerweile über 50 Mitglieder und wird im kommenden Jahr diese Sportart den Ü30-Teams bei der Stadtolympiade anbieten. „Ich finde schön, dass bei uns in der Stadt“, der Sport so im Mittelpunkt stehe, meinte dazu Ursula Lax (CSU).

Katharina Knoll

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