Autor Hans Schütz stellt im Flößermuseum Lechbruck sein neues Buch "Lyrisches Menü" vor

Literarisches frisch aufgetischt

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Hans Schütz liest aus seinem neuen Buch „Lyrisches Menü” im Flößermuseum in Lechbruck vor.

Lechbruck – Ein ganz spezielles Menü hat Hans Schütz seinen Zuhörern jetzt aufge-tischt. Im Lechbrucker Flößermuseum präsentierte der Schriftsteller und Umweltschützer sein neuestes Buch „Literarisches Menü“.

Köstliches, leicht Verdauliches, aber auch Kritisches in Reimform, umrahmt von einer ganz besonderen Musik. Noch ehe Hans Schütz mit der Vorspeise begann, hatte sein Freund Karl-Michael Ranftl das Wort. 

Wie ein kleiner Gruß aus der Küche rezitierte Ranftl ein Lied, auf die ihm eigenen Weise im Takt mit Lechkieseln. Dabei huldigte er dem Druckfehlerteufel, jenem Phantom, das das Leben eines jeden Schreibenden schwer macht. Ganz so, wie er sich auch auf den ersten Seiten von Schütz‘ neuem Buch präsentiert, ehe man dort griechische Vorspeisen findet. Mit einer Verehrung an den Strand, den Olivenhain oder die kretische Schluchten.

 Er sei rot geworden, als er das Vorwort von Renate Pfeuffer gelesen habe, gestand Schütz. Pfeuffer, ihres Zeichens Mitglied des naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, schreibt darin von der Naturlyrik, die Schütz in eine Alltagssprache übersetze. Eine Lyrik, die sich aus den Erfahrungen des engagierten Naturschützers ergäbe, die unverständliche Stilmittel vermeide und trotzdem verschiedenste Sprachebene vermische.

Und Pfeuffer erklärte, woher dieser Menüvorschlag rühre. Eines seiner ersten Lyrikbändchen, erinnerte Pfeuffer, habe den Titel getragen: „Ich nehme das Tagesgedicht”. Sie haben richtig gelesen, Gedicht, nicht Gericht. Wobei beides manchmal gar nicht soweit auseinanderliegt. Beides stillt den Hunger, beides kann süß oder deftig sein, sogar eine vegetarische Küche kennt die Lyrik und eine regionale. Das sind Schützens Mundartgedichte, die er, wie sollte es anders sein, im Allgäuer Dialekt geschrieben hat. 

Kleinode in Allgäuer Mundart

Ein halbes Dutzend dieser Kleinode hat Schütz auch in diesem seinem Buch untergebracht, auch wenn sein Verleger immer eher weniger Mundartiges gedruckt sehen möchte. Und wer nach dem Hauptgericht noch immer nicht satt ist, der findet sogar Nachspeisen und einen Nachklang im Büchlein, das im Bauer-Verlag Thalhofen erschienen ist. 

Unterbrochen sind die literarischen Grüße aus der Küche von LandArt-Bildern, Naturkunst, Kunst in der Natur, die Schütz selber arrangiert hat. 

Für den Leser der Speisekarte, der unserer Sprache nicht mächtig ist. Ganz so, wie man es aus dem Urlaub kennt – Schnitzel Wiener Art mit Pommes und Salat. Und daneben das passende Bildchen, was der Urlauber vorgesetzt bekommen wird. Nur dass hier ein ganz anderer Hunger gestillt wird, was das Publikum entsprechend goutierte. 

Wobei nicht nur die engsten Wegbegleiter von Hans Schütz gekommen waren, um sich ein Exemplar seines neuen Buches zu sichern, das es ab sofort beim Buchhändler zu kaufen gibt: Wenn der Magen mal wieder knurrt, Für den kleine Hunger zwischendurch, als Appetitanreger oder wenn die Küche mal kalt bleiben soll.

Oliver Sommer

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