Das Oy-Mittelberger Unternehmen Primavera feiert sein 30-jähriges Bestehen

Eine Erfolgsgeschichte

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Die beiden Firmengründer Karl Ludwig Nübling (links) und Ute Leube mit Primavera-Geschäftsführer Titus Kaufmann beim Festakt.

Oy-Mittelberg – Vor 30 Jahren hat alles an einem Küchentisch begonnen, die Anfänge waren in Sulzberg und mittlerweile ist es eine 30-jährige Erfolgsgeschichte – das Oyer Unternehmen Primavera.

Mit einer Rosenwoche und einem abwechslungsreichen Programm feiert das Unternehmen eine Woche lang an seinem Stammsitz in der Gemeinde Oy dieses Jubiläum. Das gesamte Festprogramm steht unter dem Motto „30 Jahre Duft, Licht und Lebensfreude“. Mittlerweile umfasst das Produktsortiment über 800 Artikel, die in mehr als 30 Länder exportiert werden.

Ute Leube und Kurt Ludwig Nübling, die beiden Firmengründer, wurden zusammen mit Geschäftsführer Titus Kaufmann von Marion Keller-Hanischdörfer zum Auftakt der Rosenwoche auf der Bühne im großen Panoramazelt im Naturparadies begrüßt. „Ich habe die Ehre der ersten Worte“, so der Geschäftsführer, der seit vier Jahren für die Geschicke der Firma zuständig ist.

Er sei erfreut mit den beiden Firmengründern dieses Jubiläum feiern zu dürfen. Das Unternehmen sei kontinuierlich gewachsen und in den vergangenen Jahren deutlich schneller als geplant.

„Das Unternehmen kann mit Stolz zurückblicken und mit Zuversicht vorausblicken“, so Kaufmann. „Anfangs wurden wir noch sehr belächelt“, so Firmengründerin Ute Leube. Mitbewerber habe es vor allem in Frankreich und der Schweiz gegeben. „Wir sind aus der typischen 68er Bewegung heraus. Wir wollten uns selbst verwirklichen“, so die Firmengründerin.

 Vor 30 Jahren habe sie zusammen mit Kurt Ludwig Nübling zusammen am Küchentisch ihre ersten Versuche mit Duftstoffen aus Pflanzen gemacht. „Wir wollen von hier aus Menschen begeistern“. Die Öle seien in vielen Bereichen einsetzbar – von der Raumbeduftung bis hin zu therapeutischen Behandlungen, hob Leube die Vielseitigkeit der ätherischen Öle hervor. Die vergangenen 30 Jahre seien aber nicht immer nur von Erfolgen gezeichnet gewesen. „Es waren auch mühsame und schwierige Jahre dabei“, blickte Leube zurück.

Über 40.000 Pflanzen

 „Ohne Ökologie keine Ökonomie“, betonte Kurt Ludwig Nübling in seiner Ansprache. „Bio muss teuer sein“. Mit Blick auf das weitverbreitete Klischee verwies er auf die enormen Kosten und den Aufwand, der notwendig ist, um Pesitizid-Rückstände zu beseitigen. Im Rückschluss darauf sei Bio aber wiederum wesentlich günstiger, da hier keine Rückstände beseitigt werden müssen, betonte er. Er betrachtete das Allgäu als „Sonderschutzzone“, wo man vom Rest der Welt nicht viel mitbekommt. Im Garten des Naturparadieses, welches den Firmensitz umgibt sind mehr als 40.000 Pflanzen und Rosen zu finden. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise geholfen haben, diesen Platz zu schaffen“, so Nübling, der weiterhin im Beirat des Unternehmens ist.

Ehrengäste aus der Politik gratulierten dem Unternehmen am Wochenende ebenfalls Ulrike Müller, EU-Abgeordnete der Freien Wähler, habe auf ihren Dienstreisen immer ein Produkt der Oyer Firma dabei. „Wenn meine Damen erfahren, dass ich bei Ihnen bin, geben sie mir immer eine lange Liste mit“, schmunzelte sie. „Primavera ist eine große Familie. In ihrer Arbeit steckt ganz viel Kreativität und Herzblut“.

Kein Lifestyle-Produkt

 CSU-LandtagdabgeordneterFranz Josef Pschierer dankte den beiden Bio-Pionieren für ihr Engagement im Namen der Staatsregierung. „Wir leben in einer Zeit, in der wir den Preis von allem kennen, aber nicht den Wert“, so der Wirtschafts-Staatssekretär. „Wenn Pfarrer Kneipp ihre Produkte gekannt hätte, hätte er auch diese empfohlen“, so Pschierer.

 Die Duft- und Aromastoffe des Unternehmens berührten bis ins Innerste. Diese seien kein Lifestyle-Produkt, sondern auch Medizin mit einem breiten Spektrum. Im Namen der Staatsregierung überreichte er den Bayerischen Löwen. „Wir müssen in der Natur lernen, um die Natur zu verstehen“, so der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz (CSU) in seiner Laudatio. Er freute sich, dass das erfolgreiche Unternehmen seinen Sitz im Landkreis habe und gratulierte zu den 30 Jahren, „denen noch sicherlich viele erfolgreiche Jahre folgen werden“.

Lob von Haslach

„Das Unternehmen Primavera ist Inspiration uns zum Duftort zu entwickeln“, so der Oyer Bürgermeister Theo Haslach. Er hob die Bedeutung des Unternehmens als größter Arbeitgeber der Kommune hervor. „Primavera begleitet mich seit Beginn meiner Amtszeit als Bürgermeister“, so Haslach. Als junger Bürgermeister wurde er an den damaligen Sitz nach Sulzberg eingeladen und mit der Frage konfrontiert, was Oy denn zu bieten habe. „Eine bessere Aussicht als diese“, habe er damals mit Ausblick auf den Wertstoffhof des Nachbarortes geantwortet.

Das Unternehmen hat mittlerweile am südlichen Ortsausgang von Oy ein Gebäude geschaffen, das komplett emissionsfrei produziere. Die Philosophie von Kurt Ludwig Nübling und der Gestaltung des Naturparadieses sei auch beim Kreisverkehr an der Staatsstraße umgesetzt worden. Im Namen der Gemeinde Oy-Mittelberg überreichte der Rathauschef den Firmengründern einen Apfelbaum, „der genau wie ihr Unternehmen gute Erträge bringen soll“, so Haslach.

Herbert Hoellisch

 

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