Kurzfilmfestival zeigt den Alltag von behinderten Menschen

Schirmherr Felix Brunner (vorne v.l.) und Moderator Alex Oberholzer zusammen mit Gerhard Protschka (hinten v.l.), Ressortleiter Integration bei Procap (Schweiz), und den Organisatoren Brigitte Protschka (AWO) und Dagmar Rothemund (Lebenshilfe Ostallgäu) beim Kurzfilmfestival. Foto: ed

Füssen – Das Kurzfilmfestival „Rendez-Vous“ im „Alpenfilmtheater“ in Füssen hat kürzlich mit verschiedenen kleinen Filmeinheiten einen Einblick in die Welt der behinderten Menschen gegeben. Das hat die Arbeiterwohlfahrt Füssen-Schwangau zusammen mit der Lebenshilfe Ostallgäu organisiert.

Die Begegnung mit behinderten Menschen ist oft geprägt von Unsicherheit im richtigen Umgang miteinander. Außerdem haben die Wenigsten eine Vorstellung davon, wie sich deren Alltag von Menschen gestaltet, die mit einer Einschränkung klar kommen müssen, sei es körperlicher oder geistiger Art. Das Kurzfilmfestival „Rendez-Vous" machte deutlich, dass es dabei nicht um Unselbständigkeit, Armut oder Bevormundung geht, sondern um Vielfalt, Einzigartigkeit, besondere Begabungen sowie Lebensfreude. AWO-Vorsitzende Brigitte Protschka forderte in ihrer Begrüßung die gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben ein. „Mit diesem gesellschaftlich immer wieder relevanten Thema werde man nur weiterkommen wenn wir behinderten Menschen zuhören, wenn wir hinschauen und unser Herz öffnen“. Dazu brauche man auch die Politik, um die Rahmenbedingungen zu schaffen, aber es müssten auch die Unsicherheiten und Hemmungen im Umgang mit behinderten Menschen abgebaut werden. Schirmherr der Veranstaltung war Felix Brunner aus Hopferau, der vor Jahren einen schweren Bergunfall erlitt und seitdem im Rollstuhl sitzt. „Obwohl nichts mehr so ist wie es früher war, macht mir das Leben immer noch viel Spaß“, so Brunners aufmunternde Worte. Die große Resonanz auf die Paralympics in London habe gezeigt, dass sich in der Gesellschaft etwas verändert hat. Trotzdem müssten noch vielen Barrieren nicht nur auf den Straßen und Hotelzimmern, sondern auch in den Köpfen abgebaut werden. Moderator Alex Oberholzer, ein Schweizer Filmkritiker und von Kind an behindert, fühlt sich nach eigenen Worten in Deutschland in seiner Mobilität viel weniger eingeschränkt als in der Schweiz: „Die Menschen hier sind wesentlich weiter als bei uns“. Nach seinen Worten sollten die Filme packen und etwas auslösen – sie sollen überraschen. „Rendez-Vous zeigt was Sache ist – ohne etwas zu beschönigen".ed 

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