Energiebilanz ist top in Deutschland

Landrat Johann Fleschhut (rechts) stellte die Energiebilanz 2014 für den Landkreis Ostallgäu bei der Firma Bihler in Füssen vor. Hier begrüßten den Ostallgäuer Landrat Pablo Gato Lopez, Marketing Director (v.l.) und Manfred Grundner, Geschäftsleitung der Otto Bihler Maschinenfabrik. F: nis

Füssen – Die zweite Energiebilanz für das Ostallgäu hat Landrat Johann Fleschhut vergangenen Freitag in der Füssener Maschinenfabrik Bihler präsentiert. Sie zeigt, dass der Landkreis beim Stromverbrauch seinem Ziel, bis 2020 fünfzig Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, näher gekommen ist. 

Die vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) erstellte Energiebilanz erfasst sämtliche Energieverbräuche von Privathaushalten, Industrie und Gewerbe sowie Verkehr. Die Daten der jeweiligen Nutzerstrukturen wurden hochgerechnet und mit den Ergebnissen aus Bayern und ganz Deutschland verglichen. Anhand der erhobenen Rahmendaten sei festzustellen, dass die Bevölkerungsentwicklung und die Zulassungszahlen im Landkreis seit 2011 stabil geblieben seien, wohingegen in der Entwicklung der Ostallgäuer Wirtschaft ein Plus von 12,6 Prozent an Betrieben zu verzeichnen sei, so Fleschhut. Der Energie-Gesamtverbrauch sei um neun Prozent gestiegen, wobei davon knapp sieben Prozent der Verkehr, 8,8 Prozent private Haushalte und 9,3 Prozent die Wirtschaft verbrauche, erklärte der Landrat weiter. 

Erfreulich sei die Entwicklung gegenüber dem gesamten Freistaat und im Bundesvergleich: Der Verbrauch an Heizöl sei um 5,4 Prozent gefallen und der Verbrauch an Holz um 50,3 Prozent bei der erneuerbaren Wärmeerzeugung gestiegen. Der Gesamtanteil Erneuerbarer Wärme von 25 Prozent stehe gegenüber dem Landesanteil von zehn, und dem Bundesvergleich von elf Prozent, sagte der Landrat. Bei der Wärmeenergie müsse laut dem Bericht aber noch viel getan werden, wie beispielsweise Häuser besser zu dämmen, um weniger Wärme in die Umwelt abzugeben.

Grundsätzlich sei laut Fleschhut der Anteil Erneuerbaren Stroms von 34 auf 75 Prozent gestiegen. Auch hier stehe das Ostallgäu im Vergleich zum gesamten Freistaat und dem Bund mit 31 und 20 Prozent hervorragend da. Auch der CO2-Ausstoß liege insgesamt mit 6,4 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 9,8 Prozent. Jährlich werden im Landkreis Ostallgäu 450 Millionen Euro Gesamtkosten für Energie ausgegeben. Damit zahlt jeder Einwohner des Ostallgäus 3349 Euro jährlich an Energiekosten.

Trotz der durchwegs positiven ökologischen und ökonomischen Bilanz im Landkreis seien weitere Maßnahmen zur Wärme-, Strom- und Mobilitätsentwicklung geplant. So sollen beispielsweise mit Schulprojekten wie „Spürnasen“ schon die Jüngsten für Erneuerbare Energien sensibilisiert und Elektrofahrzeuge für den Landkreis angeschafft werden. Außerdem will der Ostallgäuer Landrat Bau- und Energietage einführen, bei denen sich jeder über energieeffiziente Bau- und Sanierungsmöglichkeiten informieren kann. jl

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